Brandgefahr im Frachtraum: USA wollen Laptops im Reisegepäck verbieten
Aktualisiert

Brandgefahr im FrachtraumUSA wollen Laptops im Reisegepäck verbieten

Erst hatten die USA auf einigen Flügen Laptops in der Kabine verboten. Nun wird darüber beraten, die Geräte auch aus dem aufgegebenen Gepäck zu verbannen.

von
swe
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Der Akku in elektronischen Geräten wie Laptops könnte schlimmstenfalls den Absturz eines Flugzeugs verursachen. Zu diesem Schluss kommt die US-Luftfahrtbehörde, nachdem sie mehrere Tests durchgeführt hat.

Der Akku in elektronischen Geräten wie Laptops könnte schlimmstenfalls den Absturz eines Flugzeugs verursachen. Zu diesem Schluss kommt die US-Luftfahrtbehörde, nachdem sie mehrere Tests durchgeführt hat.

Im Gegensatz zur Kabine sind Laptops im Frachtraum teilweise von entzündlichen Flüssigkeiten umgeben. Falls sich deren Akku erhitzt, hätte dies nicht nur einen Brand, sondern eine Explosion zur Folge. Deshalb soll die Mitnahme von Laptops im Aufgabegepäck verboten werden.

Im Gegensatz zur Kabine sind Laptops im Frachtraum teilweise von entzündlichen Flüssigkeiten umgeben. Falls sich deren Akku erhitzt, hätte dies nicht nur einen Brand, sondern eine Explosion zur Folge. Deshalb soll die Mitnahme von Laptops im Aufgabegepäck verboten werden.

epa/Ulrich Perrey
Die USA hatten bereits im März Laptops und Tablet für direkte Verbindungen von Flughäfen in Nordafrika, dem Nahen Osten und der Türkei im Handgepäck verboten. Im Bild verstaut ein Passagier vor seinem Flug von Kuwait in die USA seinen Laptop im Koffer. Dies könnte bald nicht mehr möglich sein.

Die USA hatten bereits im März Laptops und Tablet für direkte Verbindungen von Flughäfen in Nordafrika, dem Nahen Osten und der Türkei im Handgepäck verboten. Im Bild verstaut ein Passagier vor seinem Flug von Kuwait in die USA seinen Laptop im Koffer. Dies könnte bald nicht mehr möglich sein.

AFP/Yasser al-Zayyat

Die Aufregung war gross, als vor einigen Monaten Laptops und Tablets auch auf Flügen von Europa in die USA aus dem Handgepäck verbannt werden sollten. Nun hat sich die US-Luftfahrtbehörde FAA dafür ausgesprochen, das Mitnehmen von grösseren elektronischen Geräten auch in aufgegebenem Gepäck zu verbieten.

Die Empfehlung basiert auf einer möglichen Explosionsgefahr, die von Lithium-Ionen-Akkus ausgehen soll. In einem Arbeitspapier wird beschrieben, dass ein überhitzter Laptop-Akku in der Nähe einer entzündlichen Flüssigkeit ein Flugzeug zum Absturz bringen könnte.

Schnelle Explosion

Bei insgesamt zehn Tests wurden Laptop-Akkus in einem Koffer mit einem Heizstrahler erwärmt. Einmal wurde eine Dose Trockenshampoo am Laptop angebracht, wobei es in kürzester Zeit zu einem Feuer und nach 40 Sekunden zu einer Explosion kam. Auch bei Tests mit Flüssigkeiten wie Desinfektionsmitteln und Nagellackentfernern wurden Brände ausgelöst.

Die US-Behörde steht mit der Empfehlung nicht allein da. Auch der Flugzeughersteller Airbus und die europäische Agentur für Flugsicherheit unterstützen die Bestrebungen. In den nächsten Tagen soll im kanadischen Montreal entschieden werden, ob die Regelung in Kraft tritt.

Wissen die US-Behörden nicht, was sie wollen?

Die unterschiedlichen Regelungen stammen von zwei verschiedenen Behörden. Im vergangenen März verbot das Heimatschutzministerium Laptops in den Kabinen von Flügen von zehn Flughäfen im Nahen Osten in die USA. Damit sollte verhindert werden, dass die Rechner für einen möglichen Terroranschlag missbraucht werden.

Das Verbot wurde im Juli komplett aufgehoben, nachdem die Flughäfen in der Region weitere Schritte zur Verbesserung der Sicherheit unternommen hatten. Bei der neuen Empfehlung für die Laptops im eingecheckten Gepäck geht es jetzt vor allem um das Risiko einer Explosion oder eines Brandes – weniger um einen möglichen Anschlag.

Wie ist es in der Schweiz?

Der Flughafen Zürich teilt auf Anfrage mit, dass man offziell noch keine Kenntnis über eine Anpassung der Gepäckvorschriften habe. Bereits jetzt gebe es aber «sehr strenge Vorschriften, was ins Gepäck darf und was nicht». Beispielsweise sei das Mitführen von Batterien und Akkus, die nicht im dafür bestimmten Gerät eingesetzt sind, im aufgegebenen Gepäck verboten.

Auch die Fluggesellschaft Swiss weiss noch nichts von einer möglichen Anpassung der Vorschriften: «Derzeit ist ein Laptop-Verbot bei uns kein Thema», sagt eine Sprecherin der Airline. Die Swiss halte sich bei Beschränkungen beim Transports von elektronischen Geräten aber an die Vorgaben der europäischen Agentur für Flugsicherheit. (swe/ap)

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