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Möglicher BoykottUSA wollen über Olympia in China beraten

Forderungen von US-Aktivistinnen und -Aktivisten nach einem Boykott der olympischen Winterspiele in Peking nehmen zu. Dies vor allem wegen der Menschenrechtsverletzungen an einer Million Uiguren.

Ned Price, Sprecher des US-Aussenministeriums, betont auf Twitter, dass er sich Gespräche mit Verbündeten wünscht. (Archivbild)  

Ned Price, Sprecher des US-Aussenministeriums, betont auf Twitter, dass er sich Gespräche mit Verbündeten wünscht. (Archivbild)

AFP/Nicholas Kamm

Darum gehts

  • Die USA wollen sich mit Verbündeten zu Gesprächen treffen, um einen möglichen Boykott der Winterspiele in Peking zu besprechen.

  • Dies auf Forderungen von Aktivistinnen und Aktivisten.

  • So würde die USA auf die Menschenrechtsverletzungen Chinas in der Provinz Xinjiang reagieren.

Die USA wollen mit ihren Verbündeten über einen möglichen Boykott der Olympischen Winterspiele in Peking beraten. «Das ist etwas, worüber wir uns auf jeden Fall Gespräche wünschen», sagte Sprecher des US-Aussenministeriums, Ned Price, am Dienstag. Zuletzt hatten die Forderungen von Aktivisten und der republikanischen Opposition zugenommen, die Winterspiele 2022 in Peking unter anderem wegen der Menschenrechtsverletzungen in der chinesischen Provinz Xinjiang zu boykottieren.

Price betonte am Dienstag im Online-Dienst Twitter, Washington habe «keine Ankündigung in Bezug auf Olympia in Peking» zu machen. Die Regierung werde aber «weiterhin eng mit unseren Verbündeten und Partnern beraten, um unsere gemeinsamen Sorgen zu definieren und eine gemeinsame Herangehensweise» an die Olympischen Spiele in Peking zu finden.

Genozid in Xinjang

Eine US-Reaktion auf die «ungeheuerlichen Menschenrechtsverletzungen Pekings, einschliesslich des Genozids im Fall von Xinjiang» sei «bedeutsam», erklärte Price. Eine Reaktion, die «unsere Verbündeten und Partner mitnimmt», habe jedoch «den grösseren Einfluss auf Peking». Ein «koordinierter Ansatz» sei nicht nur im US-Interesse, sondern auch im Interesse verbündeter Staaten.

Zu den Verfechtern eines Olympia-Boykotts zählen der frühere US-Aussenminister Mike Pompeo und andere Republikaner. Sie verweisen auf gravierende Menschenrechtsverletzungen der chinesischen Behörden in Xinjiang. Menschenrechtsorganisationen zufolge sind in der nordwestchinesischen Provinz mindestens eine Million Angehörige Uiguren und Angehörige anderer muslimischer Minderheiten in Haftlagern eingesperrt. Dort werden sie den Angaben zufolge zur Aufgabe ihrer Religion, Kultur und Sprache gezwungen und teilweise auch misshandelt. Peking weist die Vorwürfe zurück und spricht von Ausbildungs- und Arbeitsprogrammen, die Extremismus in der Region bekämpfen sollen.

Im Jahr 1980 hatten die USA schon einmal einen internationalen Olympia-Boykott angeführt: Mit ihrem Boykott der Olympischen Spiele in Moskau protestierten die US-Regierung und ihre Verbündeten damals gegen den Einmarsch der Sowjetunion in Afghanistan. Vier Jahre später boykottierte die Sowjetunion die Sommerspiele in Los Angeles.

(AFP/sys)

Deine Meinung

3 Kommentare
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Huglex

07.04.2021, 07:54

Verletzungen von Menschenrechten werden von den USA angeprangert? Wie ironisch. Weltpolizist spielen und zuhause die Menschenrechte nicht einhalten. Glaube kaum das ein Land Olympische Spiele in den USA boykottieren würde. Same same but different - wie man so schön sagt.

Chrottni

07.04.2021, 07:45

Hoffentlich ignorieren auch wir! Chinesen geht es einzig und allein um Macht und Unterdrückung. Siehe zB Tibet. Sport dient ihnen als Politik-Vehikel wie seinerzeit der DDR oder heute RUS.

WestenHatVerloren

07.04.2021, 07:17

Wow! Applaus! Während eine millionen Menschen gefoltert und versklavt werden, boykottiert die USA nur vielleicht einen verglw. kleinen Event. Hätte Churchill dies damals auch so gemacht, dann würden wir in 13 Tage dem glorreichen Führer zum Geburtstag gratulieren.