Knallhart: «Utopia» – Sat 1 kauft Extrem-TV-Sendung
Aktualisiert

Knallhart«Utopia» – Sat 1 kauft Extrem-TV-Sendung

Der deutsche TV-Sender Sat 1 hat sich die Rechte an «Utopia», der extremsten Reality-TV-Show der Welt, gesichert. 15 Menschen werden darin ein Jahr lang in eine Scheune gesperrt.

von
lme

Wie das deutsche Medienmagazin Dwdl.de berichtet, hat sich der deutsche Privatsender Sat 1 die Rechte an der momentan extremsten Reality-TV-Show, «Utopia», gesichert. Die Sendung wurde von John de Mol (59), dem Vater von «Big Brother», erfunden. Im Vergleich zur neusten Schöpfung des Holländers war «BB» aber ein reiner Kindergeburtstag. Bei «Utopia» werden 15 Kandidaten ein Jahr lang in eine leere Scheune gesperrt und von 100 Kameras beobachtet. Es gibt weder Betten noch sonstigen Komfort. Einzig ein Telefon, Anschlüsse für Wasser, Gas und Elektrizität sind vorhanden. Ausserdem bekommen die Kandidaten Hühner und Kühe. Das Ziel der Show: In der Scheune soll eine eigene Lebensgemeinschaft mit Hierarchien und Gesetzen entstehen. Ein Sendetermin ist nicht bekannt.

Ähnliches Experiment eskalierte

«Utopia» erinnert in seiner Machart stark an das Stanford-Prison-Experiment aus dem Jahr 1971. Bei dem psychologischen Versuch wurden fiktive Häftlinge jeweils zu dritt in eine beengende Zelle ohne Toilette gesperrt, bewacht von ebenfalls falschen Wärtern. «Das Experiment», der Film mit Moritz Bleibtreu, thematisierte die Geschehnisse im Stanford Prison.

Bereits am dritten Tag geriet das Experiment damals ausser Kontrolle. Die Gefangenen litten unter extremen Stressreaktionen, einige Wärter zeigten sadistisches Verhalten. Die Versuchsleiter mussten einschreiten, um Misshandlungen zu verhindern. Bereits nach sechs Tagen wurde das Experiment abgebrochen. Ursprünglich waren zwei Wochen geplant gewesen.

Auch ein Vergleich mit der Erfolgsfilm-Reihe «Hunger Games» liegt nahe. Zur Belustigung des Publikums werden dort Gladiatoren in eine Arena gesperrt, mit dem Ziel, sich gegenseitig zu zerfleischen. Warum tun sich die Zuschauer solche Sendungen an? «Voyeurismus ist ein Urinstinkt des Menschen», sagt Medienpsychologe Gröbel. Und eines ist für den Experten klar: «Die Aufregung und Kontroverse über die Sendung nutzen der Show und der Quote auf jeden Fall.»

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