Keiner weiss, woher es kommt – «Ugh» – dieses Fondue sorgt an Olympia für Wut und Verwirrung
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Keiner weiss, woher es kommt«Ugh» – dieses Fondue sorgt an Olympia für Wut und Verwirrung

Was ist das denn? Ein «Fondue» in einer olympischen Kantine macht sprachlos. Wie die Käsespeise dahin gekommen ist, will niemand so genau wissen.

von
Nils Hänggi
Sven Forster
(aus Peking)

Ist das wirklich Fondue? Dieses Essen geht derzeit auf Tiktok viral. 

Tiktok

Darum gehts

  • Auf Tiktok kursiert derzeit ein Video eines Fondues im Olympia-Dorf.

  • Viele Nutzerinnen und Nutzer sind entsetzt über die Farbe und Konsistenz der Speise.

  • Auch das dazu servierte Brot schockiert Liebhaberinnen und Liebhaber. 

  • Die Verantwortlichen des Olympia-Dorfs wissen nicht, wie das Fondue überhaupt da hingekommen ist.

Fein sieht es nicht aus. Überhaupt nicht. Auf Tiktok geht derzeit ein Video eines Fondues viral. In dem kurzen Clip sieht man eine Mensa im olympischen Dorf, in der es die Schweizer Winter-Leibspeise gibt. Es ist eine eklige Pampe – abgefüllt in eine Plastikschale und abgedeckt mit Klarsichtfolie, versehen mit roten Schweizerkreuz-Plastikstängelchen. Die Urheberin des kurzen Clips: «Das seltsamste Essen, das ich im Olympia-Dorf getestet habe.»

Die Konsistenz ist dickflüssig, fast elastisch. Als die Videodreherin ihr Brot, eine Art Cracker, in den Käse eintauchen will (mit Stäbchen!), geht das fast nicht. So sehr spannt die mysteriöse Masse. Auch die Farbe lässt stutzen: Das Fondue leuchtet regelrecht, es ist feurig orange. Nicht verwunderlich ist das Fazit im Video: «Uugh.»

Auch die Kommentare sind durchweg negativ. Ein Tiktok-User meint: «Das kann alles sein, aber sicherlich kein Fondue.» Ein anderer: «Ich dachte, das ist Rueblipüree.» «Mein Schweizer Herz zerbricht, es blutet», schreibt eine dritte Nutzerin verzweifelt. Und: «Das ist kriminell.» Ein weiterer User warnt sogar: «Iss das nicht, das ist bestimmt gefährlich!» «Wenn das Fondue ist, sind Aargauer gute Autofahrer», wird die Sache derweil mit Humor genommen – zumindest ein bisschen. 

«Ich habe das Fondue noch nicht gesehen – zum Glück»

Doch was hat es mit diesem Fondue auf sich? Wo gibt es das? Während den Olympischen Winterspielen gibt es drei Olympia-Dörfer. Sie verteilen sich auf die Hauptstadt, das 75 Kilometer entfernte Yanqing und das 180 Kilometer vor den Toren Pekings liegende Zhangjiakou. Nach Recherche von 20 Minuten muss das Video in jenem in Yanqing aufgenommen worden sein. Das bestätigen mehrere Olympionikinnen und Olympioniken, denen wir das Video gezeigt haben und die in dem Dorf wohnen. Doch selbst gesehen haben sie das Fondue nicht.

Bobpilotin Melanie Hasler meint auf Anfrage von 20 Minuten lachend: «Ich habe es noch nicht gesehen, aber ich würde es auch nicht probieren wollen.» Gleicher Meinung ist Carlos Mäder, der Schweizer Riesenslalom-Exot, der für Ghana bei den Olympischen Spielen startete. «Ich habe das Fondue noch nicht gesehen», sagt er. «Zum Glück kann man sagen.» Ski-Star Daniel Yule geht es gleich. Alexander Wäfler, Mediensprecher von Swiss Olympic, lässt ausrichten: «Interessant. Es sieht aus, als wäre es im Yanqing-Village. Ist vielleicht neu im Sortiment.»

«Fondue gibt es nicht auf der Speisekarte»

Als 20 Minuten bei den Verantwortlichen des Yanqing-Dorfs nachfragt, wird auch klar, warum es kaum ein Sportstar gesehen hat. So sind die Verantwortlichen selbst verwirrt. Pressesprecher Xing Guojun meint, nachdem er das Video gesehen hat: «Die Essens- und Trinken-Abteilung teilte mir mit, dass es im olympischen Dorf Yanqing gedreht wurde. Das Essen im Video gehört aber nicht zum olympischen Dorf.»

Im Video ist zwar gut erkennbar, dass der Stand gross mit Fondue angeschrieben ist – woher es kommt, bleibt dennoch ein Rätsel. Guojun teilt weiter mit: «Die Speisekarte des Olympischen Dorfes Yanqing ist vom IOC genehmigt und das Fondue gibt es nicht auf der genehmigten Speisekarte.»

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