Aktualisiert 22.06.2019 00:54

JuniorenfussballVäter nach blutigem Streit freigesprochen

Ein Spiel im Juniorenfussball in Wädenswil endete mit einer Prügelei. Das Bezirksgericht Horgen sprach zwei Väter und einen Onkel frei.

von
lar
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Ein Freundschaftsspiel der Junioren auf dem Fussballplatz Bleichen in Wädenswil endete mit einer Prügelei.

Ein Freundschaftsspiel der Junioren auf dem Fussballplatz Bleichen in Wädenswil endete mit einer Prügelei.

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Zwei Väter und ein Onkel mussten sich am Donnerstag vor dem Bezirksgericht Horgen verantworten.

Zwei Väter und ein Onkel mussten sich am Donnerstag vor dem Bezirksgericht Horgen verantworten.

Keystone/Melanie Duchene
Der Staatsanwalt verlangte für die drei Männer bedingte Gefängnisstrafen zwischen neun und elf Monaten. Die drei Beschuldigten wurden aber freigesprochen.

Der Staatsanwalt verlangte für die drei Männer bedingte Gefängnisstrafen zwischen neun und elf Monaten. Die drei Beschuldigten wurden aber freigesprochen.

Keystone/Walter Bieri

Ein Freundschaftsspiel zwischen den D-Junioren des FC Wädenswil und des FC Oerlikon endete im Januar 2018 alles andere als wie erwartet. Ein Wädenswiler und ein Oerliker Junior gerieten auf dem Fussballplatz Beicheln in Wädenswil aus nicht geklärten Gründen aneinander. Die beiden Väter sowie ein Onkel der beiden 10-jährigen Jungs mischten sich daraufhin in den Streit ein. Das endete blutig: ein gebrochenes Nasen- und Jochbein und eine ausgerenkte Schulter.

Der Fall wurde am Donnerstag vor dem Bezirksgericht Horgen verhandelt, wie der «Tages-Anzeiger» schreibt. Die beiden Väter und der Onkel waren wegen Raufhandels angeklagt. Der Staatsanwalt verlangte bedingte Gefängnisstrafen zwischen neun und elf Monaten. Da alle drei Beschuldigten eine völlig andere Version der Tat erzählten, sprach der Richter sie aber frei: «Ich kann keinem von Ihnen glauben.» Eine Körperverletzung könne keinem wirklich nachgewiesen werden.

Gewalt gegen Schiedsrichter

Dieser Streit auf dem Fussballplatz ist kein Einzelfall. «Die Gewalt richtet sich meist gegen den Schiedsrichter oder gegen andere Spieler», wie Willy Scramoncini, Leiter Spielbetrieb beim Zürcher Fussballverband, zum «Tages-Anzeiger» sagte. Im Juniorenfussball sind es häufig Zuschauer und Eltern, die am Spielfeldrand ausrasten. Auch in der abgelaufenen Saison hat laut Scramoncini wieder ein Vater einen Schiedsrichter körperlich angegriffen.

Der Verband hat bereits deeskalierende Massnahmen getroffen. Zuschauer sollen mindestens fünf Meter hinter dem Spielfeld stehen müssen. Diverse Clubs haben auch einen Verhaltenskodex, den sie von Trainern und Eltern unterschreiben lassen. Bei Verstössen ist es den Vereinen möglich, den Eltern unter anderem Platzverbote zu erteilen.

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