Tag der Liebe – «Valentinstag ist doch voll cringe»
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Tag der Liebe«Valentinstag ist doch voll cringe»

Rosen und Herzchen verschenken am Tag der Verliebten ist bei jungen Schweizerinnen und Schweizern out. Ein Grossteil der 20-Minuten-Community feiert den Valentinstag aus Prinzip nicht. 

von
Barbara Scherer
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Bei der 20-Minuten-Community kommt der Valentinstag nicht gut an, wie eine Umfrage auf Social Media zeigt.

Bei der 20-Minuten-Community kommt der Valentinstag nicht gut an, wie eine Umfrage auf Social Media zeigt.

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Die Mehrheit der unter 25-Jährigen feiert den Tag der Liebe nicht – der Tag sei unnötig, so der Tenor.

Die Mehrheit der unter 25-Jährigen feiert den Tag der Liebe nicht – der Tag sei unnötig, so der Tenor.

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«Davon halte ich gar nichts, wenn man in einer Beziehung ist, sollte man sich jeden Tag so behandeln, wie wenn Valentinstag ist», sagt eine Nutzerin.

«Davon halte ich gar nichts, wenn man in einer Beziehung ist, sollte man sich jeden Tag so behandeln, wie wenn Valentinstag ist», sagt eine Nutzerin.

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Darum gehts

  • Die Mehrheit der jungen 20-Minuten-Community feiert den Valentinstag nicht.

  • Viele finden den Tag unnötig und oberflächlich.

  • Der Valentinstag passt nicht zu den Werten vieler, die Wert auf Nachhaltigkeit und Authentizität legen.

Am Montag, 14. Februar, ist Valentinstag: Dann sind Candle-Light-Dinner, Rosen und Herzchen-Schokolade angesagt. Dabei profitiert besonders der Blumenhandel vom Tag der Liebe: Rund fünf Prozent des Jahresumsatzes erwirtschaftet die Branche dann laut Vereinigung des schweizerischen Blumengrosshandels. Derzeit sind die Rosen so teuer wie noch nie am Tag der Verliebten.

Doch in der 20-Minuten-Community kommt der Tag der Liebe nicht gut an: «Valentinstag ist doch voll cringe», schreibt ein User auf Instagram und meint damit peinlich und unangenehm. Viele stimmen seiner Meinung zu: Die Mehrheit der unter 25-Jährigen feiert den Tag der Liebe nicht – der Tag sei unnötig, so der Tenor.

«Davon halte ich gar nichts, wenn man in einer Beziehung ist, sollte man sich jeden Tag so behandeln, wie wenn Valentinstag ist», sagt eine Nutzerin. Dieser Meinung sind auch andere User: Liebe sollten sich Paare jeden Tag zeigen.

Tag steht für kapitalistische Warenwelt

Dass der Valentinstag gerade bei jüngeren Menschen auf Ablehnung stösst, erstaunt Katja Rost, Soziologin an der Universität Zürich, eher wenig. «Sie sind in einer Welt aufgewachsen, in der alles käuflich ist, wenn man nur genug Geld hat.» Das lehnen immer mehr junge Menschen ab.

Viele definieren sich laut Rost über Nachhaltigkeit und Authentizität, also Echtheit. «Der Valentinstag ist aber genau das Gegenteil: Er steht für kapitalistische Warenwelt und noch mehr Konsum.» Allgemein habe der Handel durch die Vermarktung solcher Tage die Konsumentinnen und Konsumenten abgestumpft.

Jeder Feiertag werde zum Event und verliere dadurch an Besonderheit. Während ältere Leute den Valentinstag darum vermehrt ignorieren, wehren sich jüngere Menschen aktiv dagegen. «Schliesslich ist Liebe keine handelbare Ware - jeder möchte um seines selbst wegen geliebt werden und nicht gekauft werden», so Rost.

Aktivitäten statt Schoggi zum Valentinstag

Ob jüngere Menschen am Valentinstag dann wirklich auf eine Rose für ihre Liebsten verzichten, bezweifelt Stefan Michel, Marketingprofessor an der IMD Business School in Lausanne, aber: «Konsumentinnen und Konsumenten tun nicht immer, was sie sagen.»

Wer zu Beginn der Corona-Krise 14 Jahre alt war, ist nun 16. «Jetzt befinden sich diese Menschen in einer völlig anderen Lebensphase und wollen etwas erleben», erklärt Michel. Mit dem Ende der Pandemie seien nun wohl eher Aktivitäten als Schokolade gefragt.

Woher kommt der Valentinstag?

Der Valentinstag findet am Todestag des römischen Priesters Valentinus statt. Er vermählte im dritten Jahrhundert Verliebte nach christlicher Tradition, was Kaiser Claudius II. gar nicht passte. Valentinus musste dafür mit seinem Leben bezahlen. So entstand der Valentinstag, der seit dem Jahr 469 gefeiert wird. Nach dem Zweiten Weltkrieg brachten US-Soldaten die Tradition nach Mitteleuropa. So gelangte der Feiertag schliesslich auch in die Schweiz.

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