Aktualisiert 10.02.2017 15:29

Run auf Sextoys«Valentinstag ist wie das zweite Weihnachten»

Vor dem Valentinstag werden so viele Sextoys, Unterwäsche und andere erotische Accessoires wie an Weihnachten verkauft. Warum das so ist, erklären die Spezialisten.

von
qll
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Vom Fest der Liebenden profitieren nicht nur Floristen und Restaurants, sondern auch Sexshops.

Vom Fest der Liebenden profitieren nicht nur Floristen und Restaurants, sondern auch Sexshops.

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«Valentinstag ist für uns wie das zweite Weihnachten», erklärt Alan Frei, Mitbegründer von Amorana. «Wir machen in einem Februar rund 40 Prozent mehr Umsatz als in einem normalen Monat.»

«Valentinstag ist für uns wie das zweite Weihnachten», erklärt Alan Frei, Mitbegründer von Amorana. «Wir machen in einem Februar rund 40 Prozent mehr Umsatz als in einem normalen Monat.»

zvg
Claudia Sieber, Stellvertretende Gesschäftsführerin der Sensuelle GmbH: «Ein Geschenk für die Erotik belebt das Liebesleben und hält länger als Blumen.»

Claudia Sieber, Stellvertretende Gesschäftsführerin der Sensuelle GmbH: «Ein Geschenk für die Erotik belebt das Liebesleben und hält länger als Blumen.»

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Vom Fest der Liebe profitieren nicht nur Floristen und Restaurants, sondern auch Sexshops. «Valentinstag ist für uns wie das zweite Weihnachten», erklärt Alan Frei, Co-Founder von Amorana. «Wir machen in einem Februar rund 40 Prozent mehr Umsatz als in einem normalen Monat.»

Claudia Sieber, Stellvertretende Geschäftsführerin der Sensuelle GmbH, kann zwar keine Zahlen nennen, doch auch sie bestätigt, dass im Hinblick auf den Valentinstag der Umsatz in ihrem Shop steigt. So auch Simon Jacquier, Co-Gründer von KissKiss.ch: «Wir machen unseren grössten Umsatz in den Wochen vor dem 14. Februar und an Weihnachten.»

«Es soll kein 08/15-Tag sein»

Bei Magic X verdopple sich der Umsatz von Toys und Lingerie in den zehn Tagen vor dem Valentinstag im Vergleich zu normalen Monaten, sagt CEO Thomas Tetzlaff. «Die Zeit rund um den Valentinstag wird seit zehn Jahren immer stärker, was die Verkaufsumsätze bei den Sextoys anbelangt.» 2016 seien die Umsätze nur noch knapp unter den Weihnachtsumsätzen 2015 gewesen. Dieses Jahr werde die Nachfrage nach Toys vermutlich Weihnachten 2016 übersteigen.

Einer der Gründe für den Mehrverkauf vor Valentinstag: «Die Leute wollen am Valentinstag spezielle Momente erleben», erklärt Frei. «Es soll kein 08/15-Tag sein, sondern romantisch und spannend. Man will seinen Partner mit etwas Speziellem überraschen.» Und Sieber hält fest: «Ein Geschenk für die Erotik belebt das Liebesleben und hält länger als Blumen.»

Frauen schenken Frauen Sextoys

Tetzlaff von Magic X fügt hinzu: «Seinen Liebsten immer nur Blumen zu schenken, entspricht gerade bei den Jüngeren nicht mehr dem Zeitgeist.» Sextoys und Dessous würden heutzutage für viele Menschen in der Schweiz zu ihrem modernen Lifestyle gehören. Ausserdem würden Sextoys etwas mehr Würze ins Liebesleben bringen, so Jacquier.

Bei Personen, die in einer Beziehung sind, schenken Männer und Frauen zum Valentinstag in etwa gleich viel, erklärt Tetzlaff. «Daneben fällt auf, dass bei Single-Personen klar die Frauen jene sind, die häufiger schenken.» Unter Frauen sei es heute völlig selbstverständlich, sich über die neuesten Sextoys auszutauschen und sich gegenseitig auch Sexspielzeuge zu schenken. Auch Sieber hält fest, dass sich heutzutage Frauen und Männer etwa im gleichen Rahmen Sextoys und andere erotische Accessoires kaufen und verschenken.

Bondage und Paarvibratoren

Beliebt sind unter anderem Spielzeuge für Paare. So ist eines der gefragtesten Sextoys bei Sensuelle GmbH und bei Magic X der Paarvibrator «We Vibe Sinc». «Bei Magic X ist er das meistverkaufte Produkt für Paare, für Frauen ist es klar der Womanizer», sagt Tetzloff. Auch sexy Dessous oder luxuriöse Fetish-Artikel gehören zu den gefragtesten Produkten. Bei den Accessoires setzen die Kunden auf Federn wie «Tickle No.2», auf Perlenstrings wie den von Bracli oder auf Seidenfesseln wie «Boa Pleasure Ties», so Sieber. Bei KissKiss.ch schätzen die Paare «Lovense Lovense Lush», ein vibrierendes Ei, das sich mit einem Smartphone oder einer Smartwatch kontrollieren lässt.

Amorana verkauft dieses Jahr auch viele Bondage-Accessoires. «Das liegt daran, dass wieder ein ‹50 Shades of Grey›-Film in die Kinos kommt», erklärt Frei. Kassenschlager seien das «Fifty Shades Darker Womanizer»-Set, das Bondage-Set «Darker Dark Desire» und die Amorana-Lovebox «Limited Edition 50 Shades of Grey», die sich vor allem für Anfänger eigne. «Dieses Jahr erwarten wir aber auch einen Run auf die Masken, da diese im Film vorkommen», sagt Frei. «Weiter werden die Choker dieses Jahr sehr gut laufen. Diese werden vermehrt als Fashion Accessoire getragen.»

Werbetrommel wird gerührt

In den Wochen vor dem Valentinstag wird aber auch die Werbetrommel mächtig gerührt. «In dieser Zeit erhöhen wir den Werbedruck sowohl über externe Medien wie auch direkt an unsere bestehenden Kunden», erklärt Tetzlaff von Magic X. «Uns ist es wichtig, dass wir unseren Kunden gerade in dieser Geschenk-Zeit die richtigen Tipps und Empfehlungen mit auf den Weg geben.»

Jacquier von KissKiss.ch bestätigt: «Die Zeit zum Valentinstag hin ist die Periode, in der wir am meisten Werbung machen.» Auch Amorana setzt auf mehr Werbung für und vor dem Valentinstag. Sensuelle hingegen verschickt einen Newsletter zum Thema Valentinstag, der Tipps und Tricks für ein prickelndes Liebesleben enthält.

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