100'000 Münzen: Valora beklebt Zweifränkler für PR-Aktion
Aktualisiert

100'000 MünzenValora beklebt Zweifränkler für PR-Aktion

In den Filialen der K-Kioske werden beklebte Zweifränkler als Retourgeld verteilt – zu PR-Zwecken. Werbeexperten finden die Aktion misslungen.

von
Y. Hollenstein
Rund 100'000 Zweifränkler hat die Valora mit den Werbeklebern versehen.

Rund 100'000 Zweifränkler hat die Valora mit den Werbeklebern versehen.

Die Mitarbeiter der K-Kioske des Valora-Konzerns hatten in den letzten Tagen viel Handarbeit zu leisten. 100'000 Zweifränkler mussten sie mit einem blau-weissen Werbesticker bekleben. Pro Kioskfiliale sind das rund 1000 Münzen.

Wer in einer der Filialen einkauft, erhält nach dem Zufallsprinzip einen dieser beklebten Zweifränkler als Retourgeld. Darauf zu sehen ist eine Werbung für einen Wettbewerb. Zu gewinnen gibt es Städtetrips oder Gutscheine. Mit dieser Guerillaaktion wolle man auf den neuen Energy-Drink der Eigenmarke OK aufmerksam machen, sagt Dominic Stöcklin, Sprecher von Valora. Er bestätigt auch, dass Kiosk-Mitarbeiter die Klebearbeit übernommen hatten.

Geld kopieren ist verboten, Geld verbrennen ebenfalls. Wie verhält es sich, wenn man Geld zu PR-Zwecken einsetzt? «Wenn die Kioskbetreiberin Schweizer Münzen beklebt, tut sie damit nichts Illegales», sagt Werner Abegg, Sprecher der Schweizerischen Nationalbank. Das einzige Risiko für Valora sei, dass einzelne Kunden das beklebte Geld nicht annehmen wollten. Juristisch problematisch werde es erst dann, wenn Münzen beschädigt würden. Das sei jedoch nicht der Fall, versichert Valora-Sprecher Stöcklin: «Die Kleber lassen sich sehr gut wieder entfernen.»

«Obszöne Provokation»

Gar keinen Gefallen an der Aktion findet Werbeprofi Hermann Strittmatter von der Agentur GGK: «Das ist eine obszöne Provokation eines Unternehmens, das kein eigentliches Marketingkonzept hat.» Strittmatter bemängelt dabei nicht in erster Linie das Bekleben der «altehrwürdigen Schweizer Geldmünzen», sondern dass hier Provokation als alleiniges Werbemittel eingesetzt werde.

Keine Sympathiepunkte bekommt die Kioskbetreiberin auch von Oliver Rau von der Werbeagentur Rau. Die Aufmerksamkeit sei der Valora zwar gewiss, doch die Aktion werde mehr Kunden verärgern als erfreuen. «Ich würde mich weigern, eine solches Geldstück anzunehmen, da ich den Werbekleber am nächsten Münzautomaten wieder mühsam abnehmen müsste», so Rau.

Trotzdem glaubt der Werbeprofi, dass es in Zukunft noch mehr PR-Aktionen dieser Art geben wird: «In unserer Branche wird sehr gerne kopiert, und wenn das jemandem gefällt, wird er es auch umsetzen.»

Deine Meinung