Aktualisiert 07.01.2008 10:30

Valora Verwaltungsrat bleibt stur

Im Verwaltungsrat der Kioskbetreiberin Valora hängt der Haussegen schief. Investor Agosti hat eine Neubesetzung des Verwaltungsrats gefordert und beansprucht einen Sitz für sich. Der VR will ihn aber nicht als Kollegen.

Der Verwaltungsrat des Berner Konsumgüterkonzerns Valora bleibt hart: An der ausserordentlichen Generalversammlung sollen einzig Conrad Löffel, Rolando Benedick und Markus Fiechter neu ins Aufsichtsgremium gewählt werden. Der Investor Adriano Agosti wird weiterhin abgelehnt. Auch die Unternehmerin Geltrude Renzi, die sich selber portiert hatte, soll nicht in den Verwaltungsrat gewählt werden, wie Valora am Montag mitteilte.

Valora hatte Ende November dem Druck kritischer Aktionäre um Agosti nachgegeben und für den 30. Januar eine ausserordentliche Generalversammlung einberufen. Der Verwaltungsrat stellte sich damit gegen seinen Präsidenten Fritz Ammann, der darauf zurücktrat. Einziges Traktandum ist die Ergänzung des Verwaltungsrats.

Der Valora-Verwaltungsrat bestätigte nun seine bisherige Haltung in Bezug auf die Kandidaturen ins Aufsichtsgremium: Er schlägt die Zuwahl von Manor-Chef Benedick und Jacobs-Holding-Chef Fiechter vor. Zudem soll auch Conrad Löffel ins Gremium gewählt werden, der früher unter anderem für Danzas und Kuoni tätig war.

Schwierige Doppelrolle

Nicht nachgeben will der Verwaltungsrat der Forderung, auch den Investoren Adriano Agosti zu wählen, dessen Gruppe den Aufstand gegen die Valora-Führung angezettelt hatte. Die Wahl Agostis würde «eine Übervertretung eines einzelnen Aktionärs» bedeuten, erklärte der Verwaltungsrat. Agostis Anlagefonds besitzt nach eigenen Angaben rund 4 Prozent der Valora-Aktien.

Hinzu komme, dass eine Doppelrolle Agostis als Verwaltungsrat und Fondsverwalter mit den Prinzipien einer guten Unternehmensführung (Corporate Governance) nicht vereinbar sei. Der Valora-Verwaltungsrat befürchtet Interessenkonflikte.

Handel schon vertreten

Eine Absage erteilte der Valora-Verwaltungsrat auch den Ambitionen von Geltrude Renzi, Geschäftsführerin und Verwaltungsrätin der Renzi AG, einer im Textil- und Food-Sektor im Grosshandel und in der Produktion tätigen Gesellschaft.

Die spezifischen Kenntnisse im Klein- und Grosshandel von Renzi seien im Valora-Verwaltungsrat bereits gut abgedeckt, begründete das Gremium seine ablehnende Haltung. Die Renzi AG hält zusammen mit einer nicht genannten Person gemäss eigenen Angaben mehr als 4 Prozent an Valora.

Valora leidet insbesondere unter dem schwachen Kiosk-Geschäft in der Schweiz. Der Konzern musste im ersten Halbjahr 2007 einen Gewinneinbruch um mehr als die Hälfte auf 11,9 Mio. Fr. hinnehmen. Der Umsatz stagnierte mit 1,43 Mrd. Fr. auf dem Vorjahresniveau. (sda)

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