65 neue Tanktellen-Läden: Valora will Kioske auf Rentabilität trimmen
Aktualisiert

65 neue Tanktellen-LädenValora will Kioske auf Rentabilität trimmen

Der Kioskbetreiber Valora lanciert ein Strategieprogramm zur Stärkung des Wachstums und für mehr Profitabilität. Wegen «unterschiedlicher Auffassungen» zur neuen Strategie nimmt der Finanzchef seinen Hut.

Der neue Konzernchef Thomas Vollmoeller hält am Ziel fest, bis 2012 eine Betriebsgewinn-Marge (EBIT-Marge) von 3 bis 4 Prozent zu erreichen. Die Umsätze sollen jährlich um 3 bis 5 Prozent steigen, wie Valora am Mittwoch mitteilte. Auch das für 2008 angestrebte EBIT-Ziel von 62 bis 64 Mio. Fr. gilt unverändert.

Zunächst wird investiert

Das «Valora 4 Success» genannte Strategieprogramm verursacht allerdings zuerst Kosten. Rückstellungen von 25 Mio. Fr. seien notwendig, wie der Konzern bekannt gab. Diese werden vollumfänglich der Jahresrechnung 2008 belastet. Dennoch sollen die Aktionäre 2009 eine unveränderte Dividende von 9 Fr. pro Aktie erhalten.

Wegen unterschiedlichen Auffassungen über die strategische Ausrichtung trennt sich Valora von Finanzchef Markus Voegeli. Konzernchef Vollmoeller übernimmt vorübergehend zusätzlich die Funktion des CFO, die Suche nach einem neuen Finanzchef läuft.

Positive Effekte ab 2009

«Valora 4 Success» soll bereits 2009 erste positive Effekte zeigen. Im Kioskgeschäft sollen die Kernkompetenzen verstärkt, das Ertragspotenzial im Convenience-Geschäft konsequent genutzt werden. Die Division Retail soll jährlich über 5 Prozent wachsen und die Bruttomarge bis 2012 um rund 1 Prozent erhöhen.

Dazu soll die Marke «k kiosk» gestärkt und der Umsatz pro gemietete Kioskfläche nachhaltig gesteigert werden, wie es heisst. Bis Ende 2009 soll die Zahl der Avec-Läden in der Schweiz von 35 auf rund 100 Standorte erhöht werden.

Im Juli war bekannt geworden, dass Valora und Migros die Zusammenarbeit bei den Avec-Läden an Bahnhöfen und Tankstellen beenden. Die Standorte wurden unter Migros und Valora aufgeteilt, Valora übernahm die Marke «Avec».

Umzug von Logistik und IT

Auch in den Bereichen Logistik, IT und Back-Office soll die Effizienz steigen. Geplant sind insbesondere Zentralisierung und Vereinheitlichung in der IT und Standortverlagerung. So hatte Valora bereits angekündigt, die Logistik von Muttenz BL ins solothurnische Egerkingen zu verlegen. 300 Angestellte sind betroffen. (sda)

Deine Meinung