Rad: Van Avermaet gewinnt seinen ersten Klassiker
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Greg van Avermaet hat einen der bedeutendsten Erfolge seiner Profikarriere feiern können. Der Belgier siegt an den Paris - Tours.

Greg van Avermaet hat einen der bedeutendsten Erfolge seiner Profikarriere feiern können. Der Belgier des BMC Racing Teams sicherte sich den französischen Klassiker Paris - Tours nach 230,5 km im Spurt vor Marco Marcato (It).

Am 25. September hatte Van Avermaet Kopenhagen enttäuscht verlassen. Bei seiner ersten WM-Teilnahme wurde er durch den Massensturz 80 km vor Schluss aus dem Feld eliminiert, fuhr aber der Ehre willen das Rennen zu Ende.

Zwei Wochen später fand Van Avermaet das Lachen wieder. Sieben Kilometer vor dem Ziel von Paris - Tours reagierte er als einziger Fahrer auf den Antritt von Marco Marcato. Das Duo kam durch, und van Avermaet zwang seinem einzigen Gegner die Lancierung des Spurtes auf. Als er bemerkte, dass der Belgier sofort reagierte, gab Marcato klein bei. Van Avermaet kam so problemlos zum 14. Profisieg seiner Karriere, die der Athlet selbst als seinen grössten Erfolg einstufen dürfte. Auf internationaler Ebene hat Van Avermaet nur den Triumph in einer Etappe der Spanien-Rundfahrt vor drei Jahren entgegenzusetzen.

In der Regel ist Paris - Tours wegen der vorwiegend flachen Strecke eine Angelegenheit der Sprinter. Doch diese wurden bei der 105. Auflage des Rennens durch einen frühen Angriff ausgekontert. Zum Septett der ersten Stunde gehörte auch Rubens Bertogliati. Als die Flüchtlinge 60 Kilometer vor Schluss beinahe eingeholt wurden, blieb der Tessiner an der Spitze, wo sich eine Vorhut von rund 25 Fahrern bildete. Bertogliati wurde schliesslich im 18. Rang klassiert. Wegen den unterschiedlichen Interessen der Sportgruppen, aber auch angesichts der Tatsache, dass unter den 25 Mannschaften lediglich 13 ProTour-Teams an den Start gegangen waren, war das Rennen schwer zu kontrollieren.

Bei seinem ersten Start seit dem Gewinn des Strassen-WM-Titels verfügte Mark Cavendish (Gb) nicht über die gleich gute Unterstützung wie im Verlaufe seiner Fahrt zum Regenbogentrikot in Kopenhagen. Auch Philippe Gilbert, der andere grosse Favorit dieses Herbstklassikers, vermochte den Prognosen im hektischen Finale nicht gerecht zu werden. Gilbert versuchte 20 Kilometer vor dem Ziel auf eigene Faust zur Spitze aufzuschliessen, stellte sein Unterfangen aber bald wieder ein. Die beiden meistgenannten Siegesanwärter trafen mit dem Feld mit 1:23 Minuten Rückstand im Ziel ein.

Mit einem Angriff von Arnaud Gerard aus der Spitzengruppe, 15 Kilometer vor dem Ziel, und der gleichzeitigen Einleitung einer Verfolgungsjagd aus der Hauptgruppe durch Sylvain Chavanel schienen in der Schlussphase die Aussichten gross, dass die Franzosen erstmals seit fünf Jahren wieder den Sieger würden stellen können. Letztlich behielten in Tours aber die Ausländer die Oberhand. (si)

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