Zürich: Vandalen beschädigten Hunderte von O-Bikes
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ZürichVandalen beschädigten Hunderte von O-Bikes

Zerschnittene Bremskabel, kaputte Räder und versprayte Codes: Im internationalen Vergleich haben es im Kanton Zürich besonders viele Vandalen auf O-Bikes abgesehen.

von
som
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200 O-Bikes wurden seit diesem Sommer in Zürich und Winterthur beschädigt.

200 O-Bikes wurden seit diesem Sommer in Zürich und Winterthur beschädigt.

O-Bike
So entdeckten die O-Bike-Mitarbeiter und -Kunden etwa verbogene Räder...

So entdeckten die O-Bike-Mitarbeiter und -Kunden etwa verbogene Räder...

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...Schaumstoff in den Speichen...

...Schaumstoff in den Speichen...

O-Bike

Vor nicht einmal zwei Wochen versprayten Vandalen im Kreis 3 die Codes von O-Bikes, mit denen man die Leihvelos entsperren kann. Damals redete der Sprecher des Singapurer Start-ups Julian Strassfeld noch von einem Einzelfall: «Leider hat sich jetzt aber gezeigt, dass dies nur die Spitze des Eisberges ist.» So hätten Unbekannte seit dem Schweizer Markteintritt in diesem Juli etwa 200 Velos beschädigt: «Im internationalen Vergleich ist es nirgends so extrem wie in Zürich und Winterthur.»

Kunden und die O-Bike-Mitarbeiter hätten neben Velos mit versprayten Codes solche mit durchgeschnittenen Speichen und Bremskabeln entdeckt. «Oder Vandalen haben bei unseren Reifen mit Vollgummi-Profil ein Stück rausgeschnitten oder Schaumstoff in die Speichen gesprüht.» Auch seien Fahrräder in der Sihl oder im See versenkt worden.

Grosses Unverständnis

Wie man so etwas tun kann, ist Strassfeld rätselhaft: «Uns ist bewusst, dass unser Produkt in den letzten Monaten stark polarisierte.» Aber deswegen müsse man doch die Velos nicht gleich beschädigen und auch noch die Kunden mit etwa durchgeschnittenen Bremskabeln in Gefahr bringen: «Wir bieten lediglich einen Service für die Zürcher Bevölkerung. Man kann ihn ja nicht nutzen, wenn man ihn nicht mag.»

O-Bike-Mitarbeiter würden die kaputten Velos jeweils einsammeln und in die Reparatur-Werkstatt bringen: «Teilweise sind sie derart beschädigt, dass sich es nicht mehr lohnt, sie zu flicken.» Dies bedeute einen enormen Mehraufwand, den man noch nicht genau beziffern könne.

Täter hat sich gemeldet

Derzeit sei man daran, alle Schadensfälle zu sammeln, um bei der Polizei Anzeige zu erstatten. «Wir hoffen, dass einige Täter gefasst werden.» So habe man etwa bei den versprayten Codes bereits Hinweise, dass es sich um zwei Tätergruppen handle.

Und ein Vandale hat sich bei O-Bike bereits gemeldet, nachdem er bei etwa 10 Velos die Bremskabel durchgeschnitten hatte: «Er hat sich bei uns entschuldigt und gefragt, wie er den Schaden wieder gutmachen kann.»

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