30.09.2020 16:02

Eine Verletzte, Totalschäden befürchtetVandalen decken 80 Autos in Garage mit korrosivem Löschpulver ein

Bei einem Vandalenakt mit Pulverfeuerlöschern wurde am Dienstagabend in Basel eine Person leicht verletzt und es kam zu grossem Sachschaden. Laut der Staatsanwaltschaft wurden 80 Fahrzeuge in Mitleidenschaft gezogen.

von
Steve Last, Elodie Kolb, Lea Lozano
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In dieser Tiefgarage wurden rund 80 Autos mit Feuerlöschern beschädigt.

In dieser Tiefgarage wurden rund 80 Autos mit Feuerlöschern beschädigt.

20 Minuten
Die Garage wurde teilweise gesperrt. Die Staatsanwaltschaft bittet betroffene Fahrzeughalter, Anzeige zu erstatten.

Die Garage wurde teilweise gesperrt. Die Staatsanwaltschaft bittet betroffene Fahrzeughalter, Anzeige zu erstatten.

20 Minuten
Die Garage gehört zu einer Überbauung im Osten von Basel.

Die Garage gehört zu einer Überbauung im Osten von Basel.

20 Minuten

Darum gehts

  • Unbekannte haben am Dienstagabend mehrere Autos in einer Tiefgarage in Basel mit korrosivem Löschpulver beschädigt.
  • Laut der Staatsanwaltschaft wurden rund 80 Fahrzeuge in Mitleidenschaft gezogen.
  • Eine Frau, die gerade aus der Garage herausfuhr, erlitt Atembeschwerden und musste in die Notfallstation gebracht werden.

Am Dienstag gegen 21 Uhr wurden in einer Tiefgarage an der Signalstrasse in Basel mehrere Feuerlöscher behändigt und entleert, wie die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt am Mittwoch mitteilte. Das Löschmaterial habe rund 80 Fahrzeuge beschädigt und es sei ein Sachschaden von mehreren Zehntausend Franken entstanden. Eine Mieterin, die mit ihrem Fahrzeug gerade die Garage verliess, habe wegen des Feinstaubs an Atembeschwerden gelitten und habe von der Sanität ins Spital gebracht werden müssen.

Gemäss Anwohnern handelt es sich bei den Feuerlöschern um Pulverlöscher. Ihr Löschmaterial sei korrosiv und könne bei Fahrzeugen zu Schäden führen. Bei den Tatverdächtigen handelt es sich laut den Behörden um drei Jugendliche im Alter von 13 bis 14 Jahren. Die drei haben weisse Hautfarbe, zwei trugen dunkle Kleider, einer dunkle Hose und ein helles Oberteil, wie es weiter heisst. Einer sei von fester Statur, die anderen beiden schlank. Die Behörden bitten betroffene Fahrzeughalter, Anzeige zu erstatten.

Anwohner ist empört

«Ich bin empört, dass es in der Garage diese Art Feuerlöscher hat», sagt ein Anwohner. Auch sein Auto sei betroffen, das Ausmass des Schadens noch unklar. «Ich habe das noch gar nicht verarbeitet. Ich muss das ehrlich gesagt zuerst einmal verdauen», sagt er.

Auch ein anderer Bewohner erzählt: «Auf meinem Auto hat es Pulverrückstände. Es ist aber noch nicht klar, ob der Wagen beschädigt ist oder nicht». Er müsse das jetzt zuerst abklären. «Das ist schon sehr aufwändig», so der Mann. Er wisse nicht, wer es war. Er gehe aber davon aus, dass die Täter Zugang zur Garage gehabt haben müssen, weil diese Abends abgesperrt werde.

Einsatz von günstigen Löschern kann teuer werden

Kostengünstige Pulverlöscher sind für eine breite Palette von Feuern geeignet, schreibt etwa das deutsche Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung (IFS). Allerdings habe das Löschpulver in vielen untersuchten Fällen «mehr Schaden angerichtet als die Flammen». Der feine Staub gelange in jede kleine Öffnung und sei schwer wieder loszuwerden. Weil das Pulver korrosiv wirke, seien in der Regel «umfangreiche Reinigungsarbeiten notwendig – und das so schnell wie möglich».

«Es ist richtig, dass das Pulver korrosiv ist», bestätigt Thomas Wohlrab, Leiter der Feuerpolizei der Gebäudeversicherung Basel-Stadt. Darum ordne sie keine Pulverlöscher an, wo es Brandschutzmassnahmen brauche, und empfehle sie auch nicht. «Früher waren sie weit verbreitet, weil sie einfach zu bedienen sind und sich zum Löschen verschiedenster Brände eignen», so Wohlrab. Doch inzwischen gebe es Schaumlöscher, die genau so simpel im Einsatz seien. Für eine Tiefgarage würde er «auf jeden Fall» Schaumgeräte empfehlen.

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