Aktualisiert 27.04.2020 22:00

Während Lockdown

Vandalen nehmen ländliche Bahnhöfe ins Visier

Im Bahnhof in Wichtrach BE hinterliessen Unbekannte eine Spur der Verwüstung. Solche Vorfälle häuften sich in den letzten Wochen.

von
nke
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Der Bahnhof Wichtrach wurde zum Schauplatz von Vandalenakten. Die Spuren sind auch Tage später noch sichtbar.

Der Bahnhof Wichtrach wurde zum Schauplatz von Vandalenakten. Die Spuren sind auch Tage später noch sichtbar.

Google Maps
Das Wegfallen der Pendlerströme verursache nicht nur finanzielle Ausfälle bei den Verkehrsbetrieben, sondern führe auch zu Bildern der Verwüstung an abgelegenen Bahnhöfen. An den nur noch sporadisch besuchten Orten fehle die soziale Kontrolle, schreibt die «Berner Zeitung».

Das Wegfallen der Pendlerströme verursache nicht nur finanzielle Ausfälle bei den Verkehrsbetrieben, sondern führe auch zu Bildern der Verwüstung an abgelegenen Bahnhöfen. An den nur noch sporadisch besuchten Orten fehle die soziale Kontrolle, schreibt die «Berner Zeitung».

Franziska Rothenbuehler
So auch im 4000-Seelen-Dorf Wichtrach: Am Bahnhof wurden Lampen angezündet und Scheiben eingeschlagen.

So auch im 4000-Seelen-Dorf Wichtrach: Am Bahnhof wurden Lampen angezündet und Scheiben eingeschlagen.

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Der Lockdown hat Schweizer Bahnhöfe und Züge zu einem Paradies für Vandalen gemacht. Dies berichtet die «Berner Zeitung» (BZ). Das Wegfallen der Pendlerströme verursache nicht nur finanzielle Ausfälle bei den Verkehrsbetrieben, sondern führe auch zu Bildern der Verwüstung an abgelegenen Bahnhöfen. An den nur noch sporadisch besuchten Orten fehle offenbar die soziale Kontrolle.

Verwüstung in Wichtrach

Exemplarisch für die Vandalenakte ist der Bahnhof in Wichtrach BE. Wie die «BZ» berichtet, haben Unbekannte im 4000-Seelen-Dorf neulich den Bahnhof verwüstet.

Noch immer seien die Spuren der Zerstörung sichtbar. In der Unterführung des Bahnhofs seien etliche Lampen kaputt. Russig-schwarze Flecken an der Decke legen nahe, dass hier Brandstifter am Werk waren. Auch eine Scheibe des Wartehäuschens auf dem Perron sowie die Glasscheibe des Snackautomaten seien zu Bruch gegangen, der Automat in der Folge geplündert worden. Nun sei die Scheibe wieder ersetzt worden.

Kein Einzelfall

Solche Ereignisse seien keine Ausnahmen mehr. BLS-Sprecherin Tamara Troxler berichtet von «Graffiti aussen an den Zügen und auch im Innenraum» sowie Vandalenakten an den Bahnhöfen. Generell hält Troxler fest: «Im März haben die Vorfälle von Vandalismus zugenommen.» Eine klare Übersicht liefert die BLS nicht: «Ortsangaben möchten wir diesbezüglich keine machen.»

Ebenfalls keine konkreten Angaben zum Vandalismus-Problem möchte die SBB machen. Die SBB weist darauf hin, dass Bahnhöfe generell sicher seien. Gleichzeitig weist SBB-Sprecher Martin Meier darauf hin, dass jeder dieser Vorfälle Kosten verursache, die letztlich die Billette verteure.

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15 Kommentare
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Roberto Blancoo

28.04.2020, 21:10

Graffiti an Zügen - ja. Die Sprayer zeigen den Spiessern wos langgeht ;) Das zerstören hingegen ist unnötig

Stratocruiser

27.04.2020, 14:00

Einfach dumm, dass es keine Rechtsradikalen sind. Da kann man auch niemand zur Verantwortung ziehen.

Pitsch

27.04.2020, 13:54

@SBB LoCKführer Wer schon an der Berufsbezeichnung grammatikalisch scheitert, wird uns sicherlich erläutern können, was die BLS mit der SBB zu tun hat. Danke dafür.