Vor der Eröffnung: Vandalenakt gegen Asylzentrum Alpnach

Aktualisiert

Vor der EröffnungVandalenakt gegen Asylzentrum Alpnach

Kurz vor der Eröffnung der Asylunterkunft in Alpnach kommt es zum Eklat. Unbekannte haben in der Nacht auf Sonntag die Zufahrtsstrasse und eine Wand des Zentrums mit Sprayereien verschmiert.

von
Vroni Fehlmann

Die Botschaft richtet sich offenbar an das Bundesamt für Migration (BfM). Auf der Zufahrtsstrasse zur Asylunterkunft in Alpnach, welche am Montag offiziell eröffnet wird, haben Unbekannte ihrem Unmut freien Lauf gelassen. «Nein ist nein» und «BAM - Lügner» steht quer über die ganze Strasse geschrieben.

Damit aber nicht genug: Laut dem Leserreporter, der die Botschaft am Morgen entdeckt hat, haben sich die Unbekannten auch innerhalb des Areals zu schaffen gemacht. Auf einem Brett, das am Haus befestigt ist, steht deutlich das Wort «Nein» geschrieben. «Das Brett befindet sich hinter dem Zaun», erklärt der Leserreporter. Damit dürfte es sich demzufolge wohl um einen Hausfriedensbruch handeln. Als der Leserreporter um 10 Uhr morgens die Nachricht entdeckte, war ein Securitas-Angestellter auf dem Gelände. Ob dieser die Sprayerei entdeckt hat, weiss er allerdings auch nicht. Auch ob sich der Mitarbeiter während der Nacht auf dem Gelände befand, bleibt offen.

Gemeinde weiss von nichts

Wer für die Sprayereien verantwortlich ist, kann auch der Leserreporter nicht sagen. Er weiss allerdings, dass am Samstagabend in Alpnach ein Dorffest stattfand. «Es kann sein, dass jemand vom Dorffest etwas übermütig wurde», erklärt er. «Wie jemand auf einer regelmässig befahrenen Strasse ungesehen einen solch unhöflichen Willkommensgruss hinterlassen kann, verstehe ich allerdings nicht.»

Auch andere Anwohner vermuten, dass es sich beim Vandalen um einen Festbesucher handeln könnte. Gesehen wurde er aber offenbar von niemandem.

Bereits zur Anzeige gebracht

Die Gemeindepräsidentin Kathrin Dönni (CVP) wurde von der Nachricht, dass in der Nacht Unbekannte mit Spraydosen unterwegs gewesen waren, überrascht. «Ich finde das ein No-Go und schäme mich schon etwas für diese Tat», erklärt sie. Deshalb hat sie auch gleich reagiert und die Sprayereien auf der Strasse entfernen lassen. Wir haben die Sache zur Anzeige gebracht, verrät sie weiter. Nun hoffe man, dass sich die Wogen mit dem Betrieb des Zentrums etwas glätten. Bezüglich des Sicherheitsdispotitivs bleibt laut Dönni alles beim Alten: «Es ist schwierig, bei solchen Sachen präventiv zu handeln. Wir haben uns bei den Sicherheitsfragen aber ausreichend vorbereitet», erklärt sie.

Was den möglichen Hausfriedensbruch betrifft, hängt die Situation ganz vom Bund ab. Denn das Gelände liegt in dessen Zuständigkeitsbereich. Ob seitens des Bundes eine Anzeige eingereicht wird, ist noch unklar.

SVP distanziert sich

Erst in der vergangenen Woche hatten sich Anwohner darüber geärgert, dass ein Vertrag zwischen der Gemeinde und dem BfM in letzter Minute noch geändert wurde. In einer ersten Fassung waren noch «sensible Zonen» aufgeführt, welche die Asylbewerber meiden sollten. Die meisten davon sind im endgültigen Vertrag nicht mehr erwähnt.

Werner Birrer, Präsident der SVP Alpnach, distanziert sich im Namen der Partei klar vom Vorfall. «Die SVP Alpnach verurteilt die strafrechtlich relevanten Vorkommnisse beim Areal der Asylunterkunft», schreibt er in einer Stellungnahme. Obwohl er den Wortbruch gegenüber den Alpnachern als Unrecht betrachtet, sagt er: «Die Aktion darf in einem Rechtsstaat nicht akzeptiert werden und ist zu verfolgen.» Eine solche Tat helfe den besorgten Bürgern nicht weiter.

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