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Zerstörte WaldsofasVandalismus gegen Wakitas – Spielgruppenverband ist ratlos

Regelmässig gibt es Meldungen aus der ganzen Schweiz, dass die Infrastruktur für die Waldkrippen-Kinder mutwillig zerstört wird. Der Verband steht vor einem Rätsel.

von
Martin Messmer
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Nur noch ein Ring aus Asche: Das Waldsofa der Spielgruppe Sursee, nachdem es gebrannt hat.

Nur noch ein Ring aus Asche: Das Waldsofa der Spielgruppe Sursee, nachdem es gebrannt hat.

Spielgruppe Sursee
Dort habe es schon immer Probleme mit Vandalismus und Littering gegeben, heisst es bei der Spielgruppe Sursee.  «Schade, dass es nicht möglich ist, für Kinder und Familien einen Ort zu schaffen, der Freude, Beschäftigung und etwas Ruhe in unseren Alltag bringen kann.»

Dort habe es schon immer Probleme mit Vandalismus und Littering gegeben, heisst es bei der Spielgruppe Sursee. «Schade, dass es nicht möglich ist, für Kinder und Familien einen Ort zu schaffen, der Freude, Beschäftigung und etwas Ruhe in unseren Alltag bringen kann.»

Spielgruppe Sursee
Auch die neu angeschaffte Metallkiste mit diversem Material für die Waldspielgruppenkinder sei gewaltsam geöffnet und abgebrannt worden, berichtete die Surseer Woche

Auch die neu angeschaffte Metallkiste mit diversem Material für die Waldspielgruppenkinder sei gewaltsam geöffnet und abgebrannt worden, berichtete die Surseer Woche

Spielgruppe Sursee

Darum gehts

  • In Sursee wurde das Waldsofa einer Spielgruppe durch einen Brand vollständig zerstört.

  • Das Sofa wurde von Freiwilligen aufgebaut.

  • Immer wieder werden solche Bauten für Kinder in Wäldern vorsätzlich abgefackelt oder sonst zerstört.

«Die Motivation, etwas zu erschaffen, das regelmässig mutwillig zerstört wird, muss zuerst wieder gefunden werden»: So reagierte der Verein Spielgruppe Sursee auf sein abgebranntes Waldsofa. Am Wochenende erfuhr die Spielgruppe, dass dieses im Haselwartwald in Sursee abgebrannt ist. Und nicht nur das: Auch die neu angeschaffte Metallkiste mit diversem Material für die Waldspielgruppenkinder sei gewaltsam geöffnet und abgebrannt worden, berichtete die «Surseer Woche». Die Feuerwehr musste aufgeboten werden, um den Brand vollständig zu löschen. Eine Sprecherin der Spielgruppe sagte zu 20 Minuten, eine mögliche Täterschaft habe noch nicht eruiert werden können. Man mache sich diesbezüglich auch wenig Hoffnungen, obwohl vor Ort Spuren gesichert worden seien. Man gehe davon aus, dass Vandalen den Brand vorsätzlich gelegt hätten.

Die Luzerner Staatsanwaltschaft hat zum Vorfall einen Zeugenaufruf veröffentlicht: Wer zwischen vergangenem Freitag um 11 Uhr und Samstag um 14 Uhr auffällige Beobachtungen gemacht hat, soll sich bei der Luzerner Polizei (041 248 81 17) melden.

Grosse Enttäuschung bei der Spielgruppe

Es war nicht das erste Mal, dass diese Spielgruppe von Vandalismus betroffen ist. Immer wieder gebe es Probleme mit Vandalismus und Littering, heisst es im Artikel. «Schade, dass es nicht möglich ist, für Kinder und Familien einen Ort zu schaffen, der Freude, Beschäftigung und etwas Ruhe in unseren Alltag bringen kann», wird die Spielgruppe zitiert.

Auch anderswo kämpfen Kinderbetreuungsstätten mit den gleichen Problemen. In Alpnach OW brannten Vandalen 2019 einen Waldkindergarten nieder. Der gleiche Waldkindergarten brannte schon 2017. Oder kürzlich im Kanton Basel-Land. Dort wurde an Neujahr ebenfalls ein Waldsofa in Brand gesetzt.

Spielgruppen-Verband rät zur Ausdauer

Dass es immer wieder zu Vandalenakten kommt, die gegen die Infrastruktur von Waldspielgruppen oder Waldkindergärten gerichtet ist, ist auch beim Schweizerischen Spielgruppen-LeiterInnen-Verband bekannt. «Wir hören immer wieder davon, dass solche Dinge passieren», sagt Präsidentin Eva Roth. Ihre eigene Spielgruppe könne indes nicht Ziel von Vandalenakten werden, da sie gar keine Infrastruktur im Wald habe. «Wir haben keinen festen Platz, sondern sind immer in Bewegung.» Bei anderen Konzepten sei aber klar, dass es eine gewisse Infrastruktur brauche.

Warum solche stationäre Einrichtungen oft zerstört werden, dazu wisse sie keine Antwort. Genau so, wie es keine Antworten darauf gebe, warum zum Beispiel «Leute Blumentöpfe umkippen, die einfach nur schön aussehen, oder warum Leute Spielplätze zerstören». Den betroffenen Spielgruppen rät sie zu «einem langen Atem. Sie sollen nicht aufgeben, sondern ihre Infrastruktur wieder aufbauen.»

Genau so macht es die Spielgruppe Sursee. Dort heisst es: «Wir werden es den Kindern nicht nehmen, schöne Stunden im Wald zu verbringen und werden unsere Waldstunden im allgemeinen Teil des Waldes durchführen.»

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117 Kommentare
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Eulinchen

13.01.2021, 09:16

Wo die lieben Kleinen rumschreien und rumtoben sind alle Wildtiere kilometerweit geflüchtet .Es gibt nicht zum beobachten, ausser abgerissene Aeste und ausgerissene Blumen. Was sie heute dürfen tun sie auch in 10 Jahren . Nämlich im Wald campieren , und respektlos alles kaputtmachen und Abfall hinterlassen. Jemand wird schon aufräumen. Da kommen Kameras zu spät und die Polizei hat womöglich anderes zu tun.

Wald e Mar

13.01.2021, 07:48

Leider verstehen viele Waldspielgruppen immer noch nicht, dass es im Wald nicht den Komfort einer Innenspielgruppe braucht. Da wird unnötiges Equipement im Wald gelagert und Bauten erstellet, auf die der Wald und seine Nutzer gänzlich verzichten können. Wer unbedingt ein Dach braucht, bleibt im Haus. Aus eigener langjähriger Waldspielgruppenerfahrung sage ich: „gedeckt, getarnt!“ Bis jetzt hat uns dieser Grundsatz vor Vandalen geschützt.

Cara mia

12.01.2021, 11:26

Ich finde Waldkitas nicht schlecht. Aber Möbel in den Wald zu bringen geht nun mal gar nicht. Ausser auf privatem Waldareal.