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Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ)Vandalismus in Trams und an Haltestellen nimmt zu

Verschmierte Sitze, kaputte Automaten und Scheiben: Vandalismus hat bei den VBZ in den letzten Jahren zugenommen, obwohl viele Videokameras installiert wurden.

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som
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Eine zerschlagene Scheibe am 13. März 2016 von einer Tramtüre...

Eine zerschlagene Scheibe am 13. März 2016 von einer Tramtüre...

vbz
...oder im Mai 2016 musste ein Busfenster daran glauben.

...oder im Mai 2016 musste ein Busfenster daran glauben.

VBZ
Die VBZ  haben seit 2012 eine Zunahme von Vandalismusfällen verzeichnet, wie dieses Diagramm zeigt.

Die VBZ haben seit 2012 eine Zunahme von Vandalismusfällen verzeichnet, wie dieses Diagramm zeigt.

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Unbekannte haben in diesem März eine Scheibe von einer Tramtüre zerschlagen, im Mai musste ein Busfenster dran glauben. Mit solchen Vandalismus-Fällen müssen sich die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) immer häufiger herumschlagen, wie die Schadenstatistik im ersten Halbjahr 2016 zeigt. So wurden von Anfang Januar bis Ende Juni 65 böswillige Beschädigungen registriert, im gleichen Zeitraum 2015 waren es 59 und im ersten Halbjahr 2014 nur 43.

«Leider stellen wir seit 2012 eine stetige Zunahme von Vandalismus fest», sagt Jürg Widmer, Leiter Betrieb VBZ. Dazu gehören laut Widmer Sprayereien an Fahrzeugen und Haltestellen, kaputte Billettautomaten, eingeschlagene Scheiben oder Sitze, die mit Flüssigkeiten völlig besudelt wurden. Wie viel Reinigung und Reparatur kosten, wird bei der VBZ zwar nicht erhoben, sagt Widmer, «unser Aufwand ist aber enorm».

Kameras gegen Vandalismus

Und ihn ärgert nicht nur das Finanzielle: «Natürlich machen wir uns Gedanken, warum unser Arbeitgeber immer wieder Ziel solcher Attacken wird.» Eine richtige Antwort habe er bisher nicht gefunden und es sei auch schwierig, Vandalismus zu verhindern: «Präventionskampagnen, so wie wir sie gegen Laser-Attacken machen, bringen nicht viel.»

Die VBZ setzten deshalb auf Kameras, so Widmer: «Alle neuen Fahrzeuge und immer mehr Haltestellen sind mittlerweile damit ausgestattet – dort stellen wir tatsächlich weniger Vandalismus fest.» Zudem werde jede böswillige Beschädigung bei der Polizei angezeigt.

Geld- oder Freiheitsstrafe

In diesem Fall nimmt die Stadtpolizei den Schaden vor Ort auf – wie viele Täter erwischt werden, wird laut Sprecherin Marion Engeler nicht genau in der Statistik aufgeführt: «Falls sie bekannt sind, werden sie auf dem Posten einvernommen und angezeigt.» Bei Sachbeschädigungen müsse man mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe rechnen.

Während böswillige Sachbeschädigungen bei den VBZ in den letzten Jahren zugenommen haben, ist im Allgemeinen in der Stadt Zürich kein Trend nach oben ersichtlich. So wurden im 2015 im gesamten Stadtgebiet 4596 Sachbeschädigungen zur Anzeige gebracht. 2013 waren es 4425 Fälle und 2013 wurden 5089 Sachbeschädigungen gemeldet.

Mehr Schadensereignisse

Im ersten Halbjahr 2016 gab es bei den VBZ insgesamt 981 Schadenereignisse. Gegenüber den Vorjahren waren das mehr, was aber laut den VBZ daran liegt, dass seit diesem Jahr Bagatellschäden detaillierter erfasst werden.

Zudem wurden 224 Unfälle mit Körperverletzung verzeichnet - 25 mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Zahl der Kollisionen mit Fahrzeugen stieg um 26 auf 380. Zugenommen haben auch die sogenannten Stoppunfälle von 70 auf 89. Beim Ein- und Aussteigen verunfallten 66 Personen, drei weniger als in der Vergleichsperiode des Vorjahres. (SDA)

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