Neuer Präsident: Varela gewinnt Wahl in Panama

Aktualisiert

Neuer PräsidentVarela gewinnt Wahl in Panama

Mit knapp 40 Prozent der Stimmen ist der Oppositionspolitiker Juan Carlos Varela auf dem Sprung zum nächsten Präsidenten Panamas. Auf ihn warten grosse Herausforderungen.

Juan Carlos Varela lässt sich in Panama Stadt von seinen Anhängern feiern.

Juan Carlos Varela lässt sich in Panama Stadt von seinen Anhängern feiern.

Das Wahlamt erklärte den Bewerber der bürgerlichen Partido Panameñista am Sonntagabend zum Sieger. «Sie sind der nächste Präsident der Republik», sagte Wahlamtchef Erasmo Pinilla in einem im Fernsehen übertragenen Telefonat mit Varela.

«Heute hat Panama gewonnen. Heute hat unsere Demokratie gewonnen», sagte Varela in seiner Siegesrede. «Ab diesem Moment ist die Politik wieder dazu da, zu dienen. Wer Geschäfte machen will, soll in die Privatwirtschaft gehen.» Die amtierende Regierung von Präsident Ricardo Martinelli war immer wieder mit Korruptionsskandalen in Verbindung gebracht worden.

Varela kam nach Auszählung von über drei Viertel der Stimmen auf 39,05 Prozent. Regierungskandidat José Domingo Arias erhielt demnach 32,05 Prozent der Stimmen. Der Drittplatzierte Juan Carlos Navarro räumte seine Niederlage ein und gratulierte Varela zum Sieg.

Der amtierende Staatschef Ricardo Martinelli durfte aus verfassungsrechtlichen Gründen nicht erneut antreten. Allerdings kandidierte seine Ehefrau Marta Linares an der Seite von Arias für das Amt der Vizepräsidentin. Kritiker sahen darin einen Versuch Martinellis, auch nach Ende seiner Amtszeit Einfluss auf die Regierungspolitik auszuüben.

Regierung der Einheit versprochen

Der frühere Aussenminister Varela hatte 2011 mit Martinelli gebrochen und ihm Korruption vorgeworfen. Als weiterhin amtierender Vizepräsident bildete er ein Wahlbündnis zwischen seiner Partido Panameñista und der Partido Popular und versprach eine sozialere Politik. Am Sonntag kündigte Varela an, eine Regierung der Einheit zu bilden.

Im Wahlkampf hatten alle Kandidaten schwere Korruptionsvorwürfe gegeneinander erhoben. Beobachter sprachen von einer Schmutzkampagne. Die grössten Herausforderungen für den künftigen Präsidenten dürften der Ausbau der Infrastruktur, der Kampf gegen die Korruption und die wachsende soziale Ungleichheit sein.

Neben dem künftigen Präsidenten wurden am Sonntag auch die 71 Abgeordneten der Nationalversammlung und knapp 80 Bürgermeister gewählt. Den vorläufigen Ergebnissen zufolge konnte im Parlament keine Fraktion eine absolute Mehrheit erreichen. (sda)

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