Walensee-Drama: Vater (32) und Sohn (8) beim Baden ertrunken

Aktualisiert

Walensee-DramaVater (32) und Sohn (8) beim Baden ertrunken

Bei der Einmündung der Seez sind am Sonntag in Walenstadt ein 8-Jähriger und sein Vater ertrunken. Bei der genau gleichen Stelle ist schon einmal ein Bub ums Leben gekommen.

von
jeh
taw

Eine in der Region Walenstadt wohnhafte vierköpfige Familie aus Deutschland verbrachte den Sonntagnachmittag bei der Einmündung der Seez in den Walensee. Der achtjährige Sohn ging dabei im See schwimmen. Als er von der Strömung erfasst wurde, wollte ihm der Vater vermutlich helfen. Beide wurden aber in die Tiefe gezogen, wie die Kantonspolizei St. Gallen am Montag mitteilte.

In 9 und 11 Metern Tiefe gefunden

Die Polizei löste umgehend eine Suchaktion aus. An dieser beteiligten sich die Rega, der Seerettungsdienst, die Besatzungen von zwei Rettungsfahrzeugen sowie Privatboote. Polizeitaucher fanden den Mann um etwa 21 Uhr in rund 11 Metern Tiefe. Der Achtjährige wurde um etwa 23 Uhr in rund 9 Metern Tiefe gefunden.

Nicht im Strömungsbereich schwimmen!

Laut Max Bürer, Obmann Seerettungsdienst oberer Walensee, ist das Schwimmen in Flusseinmündungen immer mit einer gewissen Gefahr verbunden. «Die Strömung reisst einen mit und plötzlich verliert man den Boden unter den Füssen, weil der Untergrund abfällt», so Bürer. Zudem entsteht laut Bürer eine Art Wirbel, wenn ein Fluss in ruhiges Gewässer fliesst, der einen nach unten zieht. Gepaart mit der Strömung könne das tödliche Folgen haben, vor allem wenn man kein guter Schwimmer sei. Bürer rät deshalb, generell nicht im Strömungsbereich zu baden.

2003 ertrank Bub an genau derselben Stelle

Die Gemeinde Walenstadt hat bei jedem Zugang zum Seez-Delta Warnschilder angebracht. «Die Tafeln stehen dort schon seit 2004. Sie weisen auf die Gefahr der Strömung im Mündungsbereich hin und darauf, dass man Kinder nie unbeaufsichtigt am Ufer spielen lassen soll», sagt Werner Schnider, Gemeindepräsident von Walenstadt. Die Tafeln wurden angebracht, nachdem 2003 an eben dieser Stelle ein fünfeinhalbjähriger Bub ertrunken war.

Schnider bedauert den tragischen Unfall und weist darauf hin, dass man die Natur nicht unterschätzen dürfe. Die Gemeinde will nun Möglichkeiten prüfen, um noch eindringlicher zu warnen. Mehr als auf die Gefahr hinweisen, kann man laut Schnider aber nicht. Für ein Badeverbot fehle die gesetzliche Grundlage.

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