Tragödie in Italien: Vater (51) rettet seinen Sohn (14) aus dem Gardasee und geht danach unter

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Tragödie in ItalienVater (51) rettet seinen Sohn (14) aus dem Gardasee und geht danach unter

Weil sein Sohn im Gardasee in Schwierigkeiten geraten war, ist ein Vater ins Wasser gesprungen, um ihn zu retten. Seither fehlt vom 51-Jährigen jede Spur.

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Der 51-Jährige ging im Gardasee unter.

Der 51-Jährige ging im Gardasee unter.

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Die Familie war mit einem gemieteten Boot auf dem Gardasee unterwegs. (Symbolbild)

Die Familie war mit einem gemieteten Boot auf dem Gardasee unterwegs. (Symbolbild)

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Der 14-jährige Sohn geriet im Wasser in Schwierigkeiten, sein Vater sprang vom Boot hinein und rettete ihn.

Der 14-jährige Sohn geriet im Wasser in Schwierigkeiten, sein Vater sprang vom Boot hinein und rettete ihn.

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Darum gehts

  • Ein Mann ist von einem Boot in den Gardasee gesprungen, um seinen Sohn zu retten.

  • Nach der Rettung ist der Vater im See untergegangen.

  • Behörden vermuten, dass der Mann einen Kälteschock erlitten haben könnte.

Eine britische Familie war am Freitagnachmittag mit einem gemieteten Boot auf dem Gardasee unterwegs, als der 14-jährige Sohn rund 500 Meter vom Ufer der Ortschaft Limone Sul Garda entfernt eine Abkühlung nahm. Plötzlich sah der 51-jährige Vater, wie sein Sohn offenbar in Schwierigkeiten geriet. Ohne zu zögern sprang der Vater ins Wasser, um ihn zu retten. «Es gelang ihm, den Buben zurück zum Boot zu bringen, wo er von seiner Mutter hineingezogen wurde – aber der Mann ging im See unter», sagt ein Augenzeuge gegenüber der britischen «Times». 

Die Partnerin alarmierte daraufhin die Rettungsdienste, die das Boot aufspürten und zwei Schiffe der Küstenwache entsandten. Auch Helikopter, Rettungsboote, Taucher und ein Unterwasserroboter wurden zur Durchsuchung des bis zu 346 Meter tiefen Sees entsandt. Doch vom Verunglückten fehlt bis heute jede Spur.

Er könnte einen Kälteschock erlitten haben

Der Kommandant der Küstenwache, Antonello Ragadale, sagt: «Dieser Mann ist ein Held und wir befürchten, dass er ertrunken ist. Wir tun alles, was wir können, um seine Leiche zu finden.» Die Partnerin des Mannes und ihre beiden gemeinsamen Kinder seien zurück in ihr Hotel gebracht worden, wo sie Berichten zufolge von einem Care Team unterstützt werden.

Darum kann der Sprung ins kalte Wasser tödlich enden

Die Baderegeln der SLRG empfehlen, dass man sich nicht überhitzt ins Wasser begeben soll. Es ist darum sinnvoll, dem Körper genügend Zeit für die Anpassung zu geben. Benetzen und schrittweises Temperieren helfen dabei. Zwei Stunden in der Sonne zu liegen und dann direkt in Wasser zu springen, ist hingegen wenig ratsam.

Welche Gefahren drohen also im Ernstfall? Es sind zwei Szenarien möglich. Im ersten droht eine Ohnmacht, wenn der eigene, überhitzte Körper plötzlich und unvorbereitet in kaltes Wasser eintaucht. Denn der Körper ist dann aufs Abkühlen eingestellt. Die erweiterten Blutgefässe ziehen sich im kühlen Nass schlagartig zusammen, was im schlimmsten Fall zur Bewusstlosigkeit und in der Folge zum Ertrinken führen kann. Auch ein Schlaganfall oder ein Herzinfarkt können in seltenen Fällen auftreten.

Zweitens kann es durch den Temperaturunterschied zur unkontrollierten Schnappatmung kommen. Dabei ist es möglich, dass Wasser in die Luftröhre gelangt. Verschluckt man sich besonders heftig, kann das zu Komplikationen führen. (20min)

Ragadale fügt hinzu: «Die Suche dauerte am Freitag mehrere Stunden, bis es dunkel wurde, und wurde am Samstag bei Tagesanbruch fortgesetzt.» Auch das britische Konsulat sei informiert worden. Die Wassertiefe betrage an dieser Stelle des Sees mehr als 200 Meter, sodass neben Tauchern auch Unterwasserroboter eingesetzt werden müssten. «Der Vater war sehr mutig. Es sah sein Kind in Gefahr und tat, was alle Eltern tun würden. Aber leider scheint er dabei sein Leben verloren zu haben», so der Kommandant der Küstenwache weiter. 

Zum Zeitpunkt des Vorfalls am Freitagnachmittag herrschten Temperaturen von etwa 38 Grad, aber das Wasser war rund zehn Grad kälter. Die Behörden gehen deshalb davon aus, dass der Mann einen Kälteschock erlitten haben könnte.

Trauerst du oder trauert jemand, den du kennst?

Hier findest du Hilfe:

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Seelsorge.net, Angebot der reformierten und katholischen Kirchen

Muslimische Seelsorge, Tel. 043 205 21 29

Jüdische Fürsorge, info@vsjf.ch

Lifewith.ch, für betroffene Geschwister

Verein Regenbogen Schweiz, Hilfe für trauernde Familien

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Pro Senectute, Beratung älterer Menschen in schwierigen Lebenssituationen





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(job)

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