«Ich fühle mich unabhängig» - Vater baut Exoskelett für gehbehinderten Sohn (16)
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«Ich fühle mich unabhängig»Vater baut Exoskelett für gehbehinderten Sohn (16)

Oscar Constanza fragte seinen Vater, der Roboteringenieur ist, ob er ein Hilfsmittel zum Gehen entwickeln könne. Das ist daraus geworden.

von
Thomas Mathis
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Der 16-jährige Oscar Constanza ist aufgrund einer genetischen Erkrankung gehbehindert.

Der 16-jährige Oscar Constanza ist aufgrund einer genetischen Erkrankung gehbehindert.

Reuters/Christian Hartmann
Dank eines so genannten Exoskeletts kann Oscar wieder gehen.

Dank eines so genannten Exoskeletts kann Oscar wieder gehen.

Reuters/Christian Hartmann
Das Hilfsmittel unterstützt und simuliert Körperbewegungen.

Das Hilfsmittel unterstützt und simuliert Körperbewegungen.

Reuters/Christian Hartmann

Darum gehts

  • Ein Sohn hat sich von seinem Vater ein Roboter-Hilfsmittel gewünscht, das ihm das eigenständige Gehen ermöglicht.

  • Das hat sich der Vater zu Herzen genommen und eine Firma mitgegründet, die ein sogenanntes Exoskelett herstellt.

  • Das Hilfsmittel wurde bereits an Dutzende Spitäler verkauft.

Der 16-jährige Oscar Constanza ist an den Rollstuhl gebunden, weil seine Nerven nicht genügend Signale zu seinen Beinen senden. Grund dafür ist eine neurologische Erkrankung, die genetisch bedingt ist. Dank seines Vaters kann Oscar nun wieder eigenständig gehen, wie Reuters berichtet. «Zuvor brauchte ich jemanden, der mir beim Gehen half», sagt der 16-Jährige. Jetzt fühle er sich unabhängig.

Möglich ist das durch ein sogenanntes Exoskelett – ein äusseres Skelett. Das Hilfsmittel ist an Schultern, Brustkorb, Hüfte, Knien und Füssen befestigt und unterstützt oder simuliert Körperbewegungen. Die Idee für die Entwicklung kam von Oscar, wie sein Vater Jean-Louis Constanza erzählt. «Du bist ein Roboteringenieur», habe Oscar damals gesagt. «Warum machst du nicht einen Roboter, der uns erlaubt, spazieren zu gehen?»

Ein Stück für 162’000 Franken

Der Vater ist der Co-Gründer der Firma Wandercraft in Paris, die das Exoskelett herstellt. Dieses wurde bereits an Dutzende Spitäler in Frankreich, Luxemburg und in die USA verkauft. Ein Stück kostet umgerechnet rund 162’000 Franken. In zehn Jahren werde es viel weniger Rollstühle geben, ist der Ingenieur überzeugt. Für Privatpersonen gibt es das Hilfsmittel allerdings noch nicht. Das sei der nächste Schritt, an dem das Unternehmen arbeite. Dafür müsse das Exoskelett noch leichter werden.

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