Bern: Vater hungert für die tamilischen Kriegsopfer
Aktualisiert

BernVater hungert für die tamilischen Kriegsopfer

Fasten bis zum Tod: Um an das Blutbad in ihrer Heimat zu mahnen, versammeln sich in Bern seit Tagen hunderte Exil-Tamilen. Ihr Anführer ist seit gestern im Hungerstreik.

von
Patrick Marbach

Regungslos sitzt Krishna Ambalavanar auf einem Stuhl neben dem Bubenbergdenkmal. Der Koordinator des Schweizerischen Tamilenforums spart Kraft, denn die schlimmsten Stunden im Kampf gegen den Hunger stehen ihm noch bevor. «Notfalls bis zum Tod harre ich hier Tag und Nacht aus, ohne zu essen oder zu trinken», sagt der 47-jährige, dreifache Familienvater. Er werde den Streik erst beenden, wenn die Schweiz etwas gegen das Blutvergiessen in Sri Lanka unternehme.

Ambalavanar hat Bundesrätin Micheline Calmy-Rey ­einen Brief mit Forderungen geschickt: Sie soll direkt oder via Uno intervenieren, damit es zu einem Waffenstillstand kommt und die notleidende Bevölkerung mit Medikamenten und Hilfsgütern versorgt werden kann.

Vom Bürgerkrieg im Nordosten Sri Lankas sind hunderttausende Zivilisten betroffen. «Auch meine Schwester und ihre Kinder sind ­umgekommen», klagt Amba­lavanar. Seit Tagen versammeln sich in Bern Tamilen zu ­friedlichen Mahnwachen. Nachdem es am Samstag zu ­Verkehrsunterbrüchen gekommen war, haben die Or­ganisatoren nun einen Ordnungsdienst aufgestellt.

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