Breitenbach SO: Vater ist frei – obwohl er Kind getötet haben soll
Aktualisiert

Breitenbach SOVater ist frei – obwohl er Kind getötet haben soll

Nach dem Tod eines Babys in Breitenbach SO wird das Verfahren gegen die Mutter eingestellt. Gegen den Vater wird weiter ermittelt, auf freiem Fuss ist er dennoch.

von
sul
Wie die Solothurner Staatsanwaltschaft bekanntgab, ist das Verfahren gegen die Mutter eingestellt worden. Gegen den Vater wird weiter ermittelt.

Wie die Solothurner Staatsanwaltschaft bekanntgab, ist das Verfahren gegen die Mutter eingestellt worden. Gegen den Vater wird weiter ermittelt.

SRF

Seit nunmehr sieben Jahren beschäftigt der Fall die Solothurner Strafbehörden: Am 26. Juli 2010 starb in Breitenbach ein Baby, wahrscheinlich am Erstickungstod. Gegen die Eltern, einen heute 31-jährigen Schweizer und eine 28-jährige Schweizerin, wurde ein Verfahren eingeleitet. Sie kamen für Wochen in Untersuchungshaft. Weil die genaue Todesursache nicht geklärt werden konnte, wurden sie wieder freigelassen.

2012 bekam das Paar erneut Nachwuchs. Bei einem Spitalbesuch stellten die Ärzte bei dem kleinen Mädchen Verletzungen fest, die auf ein Schütteltrauma hindeuteten. Wieder eröffnete die Staatsanwaltschaft ein Verfahren. Wieder kamen die Eltern nach einigen Wochen frei.

«Fehlende Haftgründe»

Gestern nun hat die Staatsanwaltschaft des Kantons Solothurn mitgeteilt, dass das Verfahren gegen die Mutter «vollumfänglich eingestellt» werde. Das berichtet die «Solothurner Zeitung». Gegen den Vater wird dagegen weiterhin ermittelt, unter anderem wegen vorsätzlicher Tötung und mehrfacher schwerer Körperverletzung.

Dennoch ist der Vater auf freiem Fuss. Wie Conny Zubler von der Solothurner Staatsanwaltschaft zum «Blick» sagt, sei er «aufgrund fehlender Haftgründe» entlassen worden.

Verfahrensabschluss noch offen

Weiter schreibt die «Solothurner Zeitung», dass beim Verfahren «verdeckte Ermittler im grossen Stil» zum Einsatz gekommen seien. Zwischen 2012 und 2015 hätten sechs Personen im Umfeld der Mutter ermittelt, um diese auszuspionieren und belastende Aussagen oder ein Geständnis zu erhalten. Der Anwalt der Frau kritisiert dieses Vorgehen als «unhaltbar».

Die Frau lebt mittlerweile von ihrem Mann getrennt. Ob und wann Anklage gegen ihn erhoben wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar. Es gilt nach wie vor die Unschuldsvermutung. «Der Zeitpunkt des Verfahrensabschlusses ist noch offen», lässt die Staatsanwaltschaft gegenüber der Zeitung verlauten.

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