Aktualisiert 25.05.2010 14:17

Drama von Oberrieden

Vater-Killerin an geheimen Ort gebracht

Im letzten Oktober erschoss Fabienne Z. im Streit ihren Vater. Nach knapp acht Monaten wurde sie jetzt aus der Untersuchungshaft entlassen. Nach Hause ging sie allerdings nicht.

von
meg

Das Familiendrama ereignete sich am 1. Oktober 2009 in Oberrieden. Ein Drama, das die Schweiz bewegte. Kurz nach 22 Uhr erschiesst die damals 22-jährige Fabienne Z. zu Hause im Mehrfamilienhaus ihren Vater mit einer Faustfeuerwaffe. Er war als Bankdrücker und Fitnesstrainer bekannt in der Szene. Seine Tochter verliess nach der Tat das Haus – und wurde wenig später in Thalwil von der Kantonspolizei festgenommen und in Untersuchungshaft gesteckt. Dort sass sie knapp acht Monate. «Meine Mandantin wurde am letzten Dienstag aus der Untersuchungshaft entlassen», sagt Verteidigerin Karen Schobloch gegenüber 20 Minuten Online. «Es liegt kein Haftgrund mehr vor», so Schobloch weiter. Darunter fallen Verdunkelungsgefahr und Wiederholungsgefahr. Im Klartext: Die Untersuchungen gegen Fabienne Z. sind sowei fortgeschritten, dass es keinen Grund gibt die junge Frau hinter Gitter zu behalten. Die Augenzeugen (Mutter) sowie das Umfeld wurden befragt und da Fabienne Z. eine Schweizerin ist, geht die Staatsanwalschaft wohl von einer geringen Fluchtgefahr aus.

«Es geht ihr gut. Sie ist sehr glücklich, dass sie aus der Untersuchungshaft entlassen wurde», so Schobloch weiter. Fabienne Z. habe aber auch die Zeit in der U-Haft «sehr aufrecht ausgestanden».

Untersuchung noch nicht abgeschlossen

Über den Fall kann Verteidigerin Schobloch zum jetzigen Zeitpunkt keine Auskünfte geben. Die Untersuchung läuft weiter. Allerdings sei Fabienne nach ihrer Haftentlassung nicht nach Hause gegangen, sondern an einem geheimen Ort untergebracht worden. «Fabienne soll nun nicht bedrängt werden», begründet Schobloch.

Über das Tatmotiv tauchten kurz nach dem Familiendrama einige Hinweise auf. Der 52-jährige Familienvater und mehrfache Weltmeister im Bankdrücken war offenbar wiederholt gewalttätig. Es habe Gewalt in ihrer Familie gegeben, bekannte die Mutter der Familie gegenüber «20 Minuten». Ob Fabienne Z. aus Notwehr handelte, ist unklar.

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