Aktualisiert 08.03.2013 15:04

23 Monate teilbedingtVater lässt Söhne fallen und verletzt Beamte

Ein 38-jähriger Vater wurde zu 27 Monaten teilbedingt verurteilt, weil er seine beiden 9- und 7-jährigen Söhne ausgesetzt hatte. Der Angeklagte war unter Medikamenteneinfluss.

von
Attila Szenogrady

Das Bezirksgericht Zürich hat am Freitag einen heute 38-jährigen Spanier wegen Aussetzung seiner beiden neun- und siebenjährigen Söhne sowie Gewalt und Drohung gegen Beamte und diversen weiteren Delikten zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 27 Monate verurteilt. 13 Monate davon unbedingt, die er mit einer abgesessenen Haft von 431 Tagen bereits verbüsst hat und aus der Haft entlassen wird.­ ­

Gefährliche Flucht über Dach

Der Beschuldigte hatte am 5. Januar 2012 beim Zürcher Güterbahnhof für grosses Aufsehen gesorgt, als er mit seinen beiden damals neun- und sieben-jährigen Söhnen vor der Polizei über ein rutschiges Schrägdach flüchtete. Der verwirrte Vater stand unter dem starken Einfluss von Amphetamin und liess seine beiden Kinder vier Meter tief auf einen Vordachplatz plumpsen. Die Söhne kamen unverletzt davon, im Gegensatz zu zwei Polizeibeamten, die der randständige Beschuldigte vor seiner Festnahme mit einem Vierkantholz und einer Eisenstange verletzte.

Vor Gericht zeigte sich der Beschuldigte grundsätzlich geständig. Ihm wurden noch zahlreiche weitere Nebendelikte wie Diebstahl, Sachbeschädigung und grobe Verletzung von Verkehrsregeln angelastet. Die Staatsanwaltschaft hatte 30 Monate teilbedingt gefordert.

Der psychisch angeschlagene Angeklagte wurde verpflichtet, den beiden Polizeibeamten Schmerzensgelder von 4000 Franken sowie 500 Franken zu bezahlen. Der mit der Eisenstange verletzte Beamte soll zudem einen Schadenersatz von 2000 Franken erhalten. Der Vater lebt heute getrennt von seiner Frau und hat seine Kinder nicht mehr gesehen. Vor Gericht gab er an, dass er nach Spanien zurückkehren wolle.

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