Aktualisiert 19.04.2005 23:33

Vater: Natascha wäre ohne Gurt nicht mehr am Leben

Weil sie angegurtet war, überlebte die 22-jährige Tochter Natascha des Berner Fahrlehrers Peter Baumann das Carunglück. Doch sie verlor beim Unfall ihre beste Freundin.

«Ich habe ihr immer eingehämmert, dass sie sich angurten muss», sagt Peter Baumann aus Bern. Und das hat Natascha vermutlich das Leben gerettet. «Offenbar hat es sie mitsamt dem Sitz aus dem Car geschleudert», erzählt Baumann. Die Tochter erlitt einen offenen Bruch am Arm und wird auch die Schulter operieren müssen.

«Das Schlimmste ist aber, dass sie beim Unfall ihre beste Freundin verloren hat», sagt Baumann. Die beiden lernten zusammen Krankenschwester und wollten auf der Kreuzfahrt ausspannen. «Das ist ein traumatisches Erlebnis», sagt Baumann. «Ein Horror. Auch für mich als Vater ist es ein Schock.» Jeden Abend besucht er seine Tochter im Spital in Sion. «Ihre ältere Schwester blieb die ganze Zeit bei ihr», sagt Baumann, «das braucht Natascha jetzt.» Heute soll sie in ein Spital in der Region Bern transportiert werden.

Neben der Sorge um die Tochter will der professionelle Chauffeur und Fahrlehrer aber auch auf politischer Ebene dafür kämpfen, dass so ein Unglück möglichst nie mehr passieren kann. «Die Ausbildungsregeln für Chauffeure müssen endlich wieder strenger werden», sagt er.

Andrea Abbühl

Strasse nicht verbreitert

Der Strassenabschnitt am Grossen St. Bernhard, auf dem sich am Sonntag das Busunglück mit 12 Toten erreignete, hätte verbreitert werden sollen, um das Kreuzen von LKWs zu erleichtern: Im Jahr 2000 hatte der Walliser Grosse Rat einen Kredit dafür gesprochen, berichtete «Le Matin».

Doch seit 2002 ist das Projekt blockiert – einerseits aus finanziellen Gründen, andererseits wegen einem Hin und Her mit den Bundesbehörden.

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