Aktualisiert 13.02.2009 17:21

Fall StettbachVater: «Polizei soll das Verbrechen aufdecken»

Die Brasilianerin war nicht schwanger und soll sich die Verletzungen selbst zugefügt haben. Der Vater der 26-jährigen schenkt dieser Variante keine Beachtung. Er fordert die Polizei auf, das Verbrechen aufzudecken.

Unmittelbar nach der Pressekonferenz der Zürcher Polizei meldete sich der Vater der 26-jährigen Brasilianerin in den Medien zu Wort. Die neuesten Enthüllungen der Polizei und der Rechtsmediziner interessierten ihn dabei offenbar wenig.

Gegenüber «Estado» meinte er, es sei unwichtig, ob seine Tochter schwanger war oder nicht. Dass die Polizei andeute, seine Tochter habe sich die Verletzungen selber zugefügt und sei nicht schwanger, seien ein Ablenkungsmanöver. Er fordert die Polizei auf, die Ermittlungen unvermindert weiter zu führen und endlich ihrer Arbeit nachzugehen. «Wir wollen, dass die Polizei das Verbrechen aufdeckt», sagte der Vater.

Vielmehr glaubt er, dass seine Tochter von den Beamten zum Opfer gemacht wurde. «Die Beamten haben meine Tochter gedrängt, zu gestehen, dass sie alles nur erfunden habe», sagte er.

Die Medienkonferenz der Polizei habe er nicht verfolgt. Im Moment sei für ihn wichtig, sich um seine Tochter zu kümmern.

Blogger spekulieren

Auch in den brasilianischen Blogs, die sich mit dem Fall der 26-jährigen Brasilianerin beschäftigen, tun sich die meisten schwer mit den Aussagen der Zürcher Polizei. Die Mehrheit glaubt, die Behörden hätten das Problem schnell lösen wollen. «Die junge Frau zu beschuldigen ist das einfachste», heisst es unter anderem. Andere Blogger werden konkreter: «Sie hat schon Flugtickets gekauft und wollte in einer Woche nach Brasilien fliegen wegen ihrer Schwangerschaft!», heisst es.

(ann)

SVP fordert Konsequenzen

Die SVP des Kantons Zürich hat am Freitag Konsequenzen aus dem Fall mit einer Brasilianerin in Stettbach gefordert. So sollen die Strafuntersuchungsbehörden prüfen, ob gegen verschiedene Personen ein Verfahren wegen Irreführung der Rechtspflege einzuleiten sei, teilte die Partei mit. Auch die Rolle des Schweizer Freundes der Frau müsse hinterfragt werden.

Die SVP erwartet im weiteren, dass die Untersuchungskosten der Brasilianerin und allenfalls mitinvolvierten Personen auferlegt werden. Nach Abschluss des Verfahrens müsse das Migrationsamt zugleich den Entzug der Aufenthaltsbewilligung prüfen. «Der Schaden, welcher der Schweiz durch die ungerechtfertigten Anschuldigungen entstanden ist, rechtfertigt ein solches Vorgehen», schreibt die Kantonalpartei. Die vorläufig präsentierten Resultate seien im weiteren keine Überraschung. Einmal mehr hätten Medienschaffende, und hier überwiegend ausländische, eine Geschichte einer offensichtlich kranken Frau zu einem Skandal emporstilisiert. (ap)

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