Aargau: Vater schändet Mädchen – jetzt will er Kastration

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AargauVater schändet Mädchen – jetzt will er Kastration

Ein Mann hat neun Mädchen im Alter zwischen drei und 14 Jahren missbraucht. Das Gericht verurteilte den Pädophilen zu acht Jahren Freiheitsstrafe.

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Ein 43-jähriger Pädophiler wurde am Donnerstag vor dem Bezirksgericht Lenzburg AG wegen Schändung und Vergewaltigung zu acht Jahren Gefängnis verurteilt.

Ein 43-jähriger Pädophiler wurde am Donnerstag vor dem Bezirksgericht Lenzburg AG wegen Schändung und Vergewaltigung zu acht Jahren Gefängnis verurteilt.

Obwohl er seine Taten zugab und sich reuig zeigte, liess sich die Staatsanwältin nicht beeindrucken. Der Mann, der am Donnerstag vor dem Bezirksgericht Lenzburg stand, hatte keine Chance auf Strafmilderung. Insgesamt neun Mädchen hat der heute 43-Jährige in 17 Jahren missbraucht.

Seine Opfer waren entweder Tageskinder, die von seiner Ex-Frau beaufsichtigt wurden, oder sie gehörten zur Verwandtschaft und zum Freundeskreis. Zum Tatzeitpunkt waren sie zwischen 3 und 14 Jahren alt. Der Angeklagte betatschte sie im Intimbereich. Mehrere zwang er zu Oral-, Vaginal- und Analsex. Von einzelnen Opfern machte er kinderpornografische Fotos.

Chemische Kastration

Angeklagt wurde der Aargauer wegen mehrfacher Schändung, mehrfacher, teilweise versuchter sexueller Handlung mit einem Kind sowie mehrfacher Pornografie, wie die «Aargauer Zeitung» berichtet.

«Ich bereue es sehr», sagte er vor Gericht. Er verabscheue die pädophilen Gedanken. Um das hohe Rückfallrisiko zu reduzieren, wolle er sich chemisch kastrieren lassen. «Ich bin es den Opfern und der Öffentlichkeit schuldig.»

Von diesen Aussagen dürfe man sich nicht täuschen lassen, sagte allerdings die Staatsanwältin in ihrem Plädoyer. Der Angeklagte sei voll schuldfähig, habe die Taten über einen längeren Zeitraum begangen und sich immer wieder von neuem dazu entschieden. Die Folgen für die Kinder seien fatal. Sie forderte neun Jahre Gefängnis unbedingt und eine stationäre therapeutische Massnahme.

Schändung und Vergewaltigung

Der Mann habe freiwillig gestanden und detailliert Auskunft gegeben, sagte schliesslich sein Verteidiger. Seine Taten wurden aufgedeckt, als eine Mutter mitbekam, dass er ihrer Tochter via E-Mail Geld für sexuelle Handlung anbot. Der Polizei erzählte er dann von den anderen Fällen. Der Verteidiger forderte drei Jahre Freiheitsstrafe unbedingt. Die therapeutische Massnahme soll er ambulant und in einer offenen Strafanstalt vollziehen dürfen.

Der Vater sei zudem vom Vorwurf der Schändung freizusprechen. Weil die Mädchen weder geistig noch körperlich beeinträchtigt seien, treffe dieser Tatbestand nicht zu.

Das Gericht überzeugte diese Aussagen nicht: Es sprach den Angeklagten in fast allen Fällen zusätzlich der Schändung und einmal zudem der Vergewaltigung schuldig. Er kassierte acht Jahre Freiheitsstrafe, die nächsten fünf Jahre als stationäre Massnahme. Fast all seinen Opfern muss er eine Genugtuung zwischen 500 und 20'000 Franken bezahlen.

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