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Vater soll Mädchen in Vechta getötet haben

Die Polizei hat den Vater des bei Vechta ohne Kopf gefundenen toten Mädchens als mutmasslichen Täter festgenommen.

Bei dem Kind handele es sich um die dreieinhalb Jahre alte Nadia A., sagte der Leiter der Sonderkommission, Peter Hochgartz, am Freitag in Vechta. Das Motiv für die Tötung des Kindes sei ebenso unklar wie die Todesursache. Den Kopf des Kindes fand die Polizei nach einem Hinweis des Vaters einige Kilometer entfernt. Der 32-jährige Tariq A. aus Pakistan bestreitet laut Polizei die Tat.

Der Mann sei schon in der Nacht zum Donnerstag an seinem Arbeitsplatz im Raum Diepholz festgenommen worden, hiess es. Ein Haftbefehl sei beantragt. Nach Angaben der Polizei erklärte der Vater in ersten Vernehmungen, er habe seine Tochter schon tot und ohne Kopf gefunden und habe sie dann am späteren Fundort abgelegt. Auf Grund eines Hinweises von ihm habe man am Freitag allerdings den Kopf des Kindes in einem Waldstück bei Lohne entdeckt.

Wie Hochgartz erläuterte, hatte der seit 1995 in Deutschland lebende Tariq A. nach der Scheidung von seiner deutschen Ehefrau das Sorgerecht für die Tochter bekommen. Bis Ende Juni sei das Mädchen in einer Ganztagsbetreuung untergebracht gewesen. A. habe angegeben, am Abend des 5. August für kurze Zeit seine Wohnung in Vechta verlassen zu haben. Als er zurückgekommen sei, habe er festgestellt, dass eingebrochen worden sei, und habe die verstümmelte Leiche seiner Tochter in ihrem Kinderbett gefunden. Aus Angst, verdächtigt zu werden, will er den Körper in eine Reisetasche gepackt und im Wald versteckt haben, sagte Hochgartz.

Die Ermittler hätten tatsächlich Einbruchspuren an der Terrassentür entdeckt, wo auch immer diese herstammten, sagte der Soko-Chef. Der Mann habe die Wohnung aufwendig gereinigt und sämtliches Mobiliar aus dem Kinderzimmer entsorgt. Die Kleidung und die Tasche habe er nach eigenen Angaben auf verschiedene Mülltonnen im Stadtgebiet verteilt. Auf Fragen aus seinem Umfeld nach dem Kind habe er angegeben, das Mädchen sei nach Pakistan gereist, um seine Familie kennen zu lernen. Auch sei es dort leichter aufzuziehen.

Die teilweise skelettierte Mädchenleiche war am Mittwoch vergangener Woche von einer Skaterin entdeckt worden. Der Körper lag in einem Entwässerungsgraben an der von Vechta nach Dinklage führenden Kreisstrasse.

Die Ermittler seien dem Verdächtigen durch einen Hinweis aus der Bevölkerung auf die Spur gekommen, sagte Hochgartz. Der Hinweisgeber habe das Kind vermisst. Die Mutter des Mädchens hingegen, die in einer anderen Stadt lebe, habe ihr Kind zuletzt vor einigen Monaten gesehen und nach Einschätzung der Polizei nichts vom Verschwinden gewusst. (dapd)

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