IS-Video aus Syrien: Vater steinigt Tochter
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IS-Video aus SyrienVater steinigt Tochter

Die Terrororganisation IS zeigt ein Video, auf dem eine junge Frau in der syrischen Region Hama gesteinigt wird. Ihr Vater ist einer der Mittäter.

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In der syrischen Region Hama wird eine junge Frau gesteinigt. Ihr Vater ist einer der Steinewerfer. (Video: YouTube/maxx@all)

In der syrischen Region Hama wird eine junge Frau gesteinigt. Ihr Vater ist einer der Steinewerfer. (Video: YouTube/maxx@all)

Ehebruch wird in der islamischen Scharia mit dem Tod durch Steinigung bestraft. Islamisten rechtfertigen diese archaische Form der Todesstrafe mit Verweis auf einen Ausspruch des Propheten Mohammed. Er soll Ehebrecherinnen mit der Steinigung bestraft haben. Nun hat die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) erstmals das Video einer Steinigung veröffentlicht, wie Spiegel Online berichtet. Die brutale Szene solle eine Botschaft an alle Muslime sein, heisst es im Film.

Das fünfminütige Video tauchte am Montag im Netz auf. Es zeigt eine verhüllte Frau von hinten, die vor zwei IS-Anhängern steht. Einer von ihnen sagt zu ihr, dass sie Ehebruch begangen habe und sie sich daher «Gottes Gesetzen unterwerfen» müsse. Sie solle sich freuen, fügt der Mann hinzu, die erste Frau in der Region Hama zu sein, die nach der Scharia bestraft werde. Er fragt sie, ob sie mit der Strafe einverstanden sei. Sie nickt etwas verunsichert.

Dann wendet sie sich dem anderen Mann zu und bittet ihn um Vergebung - es ist ihr Vater. Er schimpft mehrmals mit dem Finger und sagt schliesslich: «Nein, mein Herz gehorcht mir nicht. Vielleicht vergibt Gott dir.» Zwei weitere Zeugen fordern aber den Vater auf, seiner Tochter zu verzeihen. So schreibe es der Koran vor. Der Mann zögert einen Moment und sagt dann: «Ich vergebe dir.»

Steinigung ist nicht Bestandteil des Korans

Die Frau wird dann von ihrem Vater an einem Seil zu einer Grube geführt. Sie betet, bittet ihn immer wieder um Verzeihung, er wendet sich angewidert von ihr ab. Als die Frau im Loch sitzt, sagt einer der Anwesenden: «Los gehts.» Das Opfer wird mit faustgrossen Steinen beworfen. «Im Namen Gottes», sagt einer der Werfer. Auch der Vater wirft mit voller Kraft. Nach ein paar Sekunden ist nur noch das leise Wimmern der Frau zu hören.

Wie Spiegel Online weiter schreibt, ist das nicht die erste Steinigung, die der IS durchführt. Es sei aber das erste Mal, dass die Terrororganisation die grausame Bestrafungsmethode auf Video festhält.

Die religiöse Rechtfertigung der Strafe ist umstritten. Ursprünglich soll ein Steinigungs-Vers Bestandteil von Sure 33 des Korans gewesen sein. Darin soll es geheissen haben: «Wenn ein bejahrter Mann und eine bejahrte Frau Unzucht treiben, so steinigt sie auf jeden Fall als Strafe Gottes. Und Gott ist gütig und weise.» In der heute verbreiteten Fassung des Korans ist der Vers nicht enthalten.

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