Vater teilt ein 15 Jahre altes Foto auf Whatsapp – nun droht ihm Gefängnis
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Ärger mit der PolizeiVater teilt ein 15 Jahre altes Foto auf Whatsapp – nun droht ihm Gefängnis

Ein 59-jähriger Mann hat auf Whatsapp ein altes Nacktbild seines Sohnes geteilt. Dieser gab dafür sein Einverständnis. Dann schaltete sich die Polizei ein und führte eine Razzia durch.

von
Tobias Bolzern
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Das Statusbild eines 59-jährigen Mannes hatte eine Wohnungsdurchsuchung zur Folge.

Das Statusbild eines 59-jährigen Mannes hatte eine Wohnungsdurchsuchung zur Folge.

20min/Tobias Bolzern
Der Vater teilte via Messenger ein Nacktfoto seines Sohnes, mit dessen Einverständnis. 

Der Vater teilte via Messenger ein Nacktfoto seines Sohnes, mit dessen Einverständnis.

20min/Michael Scherrer
Die «Kindheitserinnerung» hatten die beiden erst kürzlich wieder entdeckt. 

Die «Kindheitserinnerung» hatten die beiden erst kürzlich wieder entdeckt.

20min/Taddeo Cerletti

Darum gehts

  • Ein Mann hatte via Whatsapp ein Nacktfoto seines Sohnes verbreitet.

  • Der Bub sass auf dem Bild mit entblösstem Unterkörper auf einem Sofa.

  • Eine Frau meldete das Foto der Polizei, die dann zu ermitteln begann.

Die Polizei ermittelt gegen einen 59-jährigen Mann aus Bayern. Der Vater hatte letzte Woche auf Whatsapp ein Bild seines Sohnes geteilt. Zu sehen war der sechsjährige Bub mit entblösstem Unterkörper. Er sass mit gespreizten Beinen auf dem Sofa und spielte mit seinen Geschlechtsteilen. Neben ihm sass ein Mann, der nur eine Unterhose anhatte und den Arm um die Schulter des Buben legte.

Eine Frau, die das Statusbild bei Whatsapp sah, wandte sich daraufhin an die Polizei. Wegen des Verdachts auf einen möglichen sexuellen Missbrauch nahmen die Behörden die Ermittlungen auf. Die Polizei führte darauf in der Wohnung des Mannes eine Razzia durch. Allerdings wurden dabei auf dem Handy, dem PC oder sonst in der Wohnung keine weiteren strafrechtlich relevanten Bilder gefunden, schreibt die Polizei.

Bild ist 15 Jahre alt

Schliesslich wurde geklärt, wie das Foto auf Whatsapp landete. Der zunächst im Raum stehende Vorwurf des sexuellen Missbrauchs von Kindern hat sich nicht bestätigt, schreibt die Website Mimikama.at. Das Bild wurde bereits vor 15 Jahren gemacht. Es zeigt den heute 59-jährigen Vater mit seinem damals sechsjährigen Sohn. Der heute erwachsene Sohn stolperte vor kurzem wieder über das Bild und schickte es als Kindheitserinnerung seinem Vater. Dieser wiederum fand am Foto ebenfalls gefallen und teilte es – in Absprache mit seinem Sohn – als Status bei Whatsapp.

Dabei machte sich der Mann offenbar keine weiteren Gedanken, bis die Polizei bei ihm klingelte. Denn für ihn hat das Foto nun auch rechtliche Konsequenzen. Seit dem 1. Juli 2021 ist in Deutschland ein neues Gesetz in Kraft, das eine Verschärfung bei den Strafen für Kinderpornografie mit sich bringt. Der 59-Jährige soll deshalb wegen des Besitzes und der Verbreitung kinderpornografischer Inhalte verantwortlich gemacht werden. Ihm droht eine Freiheitsstrafe zwischen einem und zehn Jahren, schreibt Mimikama.at.

Beim Teilen von Inhalten wie Texten, Fotos und Videos auf sozialen Medien sollte man sich stets der Tragweite seines Handelns bewusst sein. «Auch wenn keine böse Absicht im Vordergrund steht, sollte man sich jeweils genau überlegen, welche möglichen Auswirkungen Inhalte haben und wie diese von anderen interpretiert werden können», schreibt Mimikama.at.

Bist du minderjährig und von sexualisierter Gewalt betroffen? Oder kennst du ein Kind, das sexualisierte Gewalt erlebt?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Kokon, Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene

Castagna, Beratungsstelle bei sexueller Gewalt im Kindes- und Jugendalter

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Bist du selbst pädophil und möchtest nicht straffällig werden? Hilfe erhältst du bei Forio und bei den UPK Basel.

Digital-Push

Wenn du den Digital-Push abonnierst, bist du über News und Gerüchte aus der Welt von Whatsapp, Snapchat, Instagram, Samsung, Apple und Co. informiert. Auch erhältst du Warnungen vor Viren, Trojanern, Phishing-Attacken und Ransomware als Erster. Weiter gibt es Tricks, um mehr aus deinen digitalen Geräten herauszuholen.

So gehts: Installiere die neuste Version der 20-Minuten-App. Tippe unten rechts auf «Cockpit», dann «Einstellungen» und schliesslich auf «Push-Mitteilungen». Beim Punkt «Themen» tippst du «Digital» an – et voilà!

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