Aktualisiert 24.06.2013 04:20

Familiendrama

Vater tötet seinen einjährigen Sohn

Familiendrama im Kanton Waadt: In Renens hat ein 29-Jähriger seinen einjährigen Sohn mit einem Messer so schwer verletzt, dass das Kind später im Spital starb. Danach versuchte er sich selbst zu töten.

Laut Informationen der Waadtländer Kantonspolizei spielte sich das Drama vermutlich wie folgt ab: Am Samstag gegen 10.15 Uhr war der 29-jährige Kongolese mit dem Zug nach Neuenburg gefahren, wo er seine ehemalige Partnerin sowie das Baby am Bahnhof traf. Die Mutter hatte ihr Einverständnis gegeben, dass der Vater das Kind in Neuenburg sehen kann, wo sie auch rund eine Stunde verweilten.

Laut Aussagen der Frau hatte der Vater sie schliesslich gezwungen, zusammen mit dem Kind zu dessen Wohnort nach Renens zu fahren. Dort trafen sie gegen 15 Uhr ein. Der Vater ging in seine Wohnung im vierten Stock des Mehrfamilienhauses und schloss sich dort zusammen mit seinem Kind ein. Da die Mutter um das Leben ihres Babys fürchtete, alarmierte sie die Polizei, die ein umfangreiches Sicherheitsdispositiv aufzog. Spezialisierte Polizisten konnten mit dem Vater Kontakt aufnehmen.

Ermittlungen wegen Freiheitsberaubung und Mordes

Nach langen Verhandlungen entschied sich der zuständige Staatsanwalt, die Wohnung von der Polizei stürmen zu lassen. «Der Vater hatte sein Kind entführt. Es bestand ein Risiko, dass er zur Tat schreitet», sagte Polizeisprecher Jean-Christophe Sauterel an einer Pressekonferenz. Um 19.20 Uhr stürmten deshalb Angehörige der Spezialeinheit DARD die Wohnung, indem sie den Zugang aufbrachen. Im selben Moment erstach der Vater das Baby und versuchte sich anschliessend das Leben zu nehmen, indem er sich in den Hals schnitt.

Das Kind wurde in lebensbedrohlichem Zustand ins Lausanner Universitätsspital CHUV eingeliefert, wo es an den erlittenen Verletzungen starb. Der Vater selber hatte sich nur leichte Verletzungen zugezogen. Nach der Behandlung im CHUV wurde er der Polizei zugeführt. Der zuständige Staatsanwalt Bertrand Bühler hat eine Strafuntersuchung eröffnet, nachdem er den Vater in der Nacht auf Sonntag wegen Freiheitsberaubung und Mordes einvernommen hatte. Er will seine vorsorgliche Inhaftierung beim Massnahmengericht beantragen. Über die Motive des Täters war vorerst nichts bekannt. Die Ermittlungen unter der Leitung der Staatsanwaltschaft werden fortgesetzt.

Schon zuvor Anzeige wegen häuslicher Gewalt

Beim Täter handelt es sich um einen 29-jährigen Kongolesen mit einer Aufenthaltsbewilligung C und ohne Berufsbildung. Er war der Polizei bereits bekannt, unter anderem wegen eines von ihm begangenen Erpressungsfalls aus dem Jahr 2004 in Biel.

Die Neuenburger Kantonspolizei hatte zudem am Wohnort des Paares Anfang dieses Jahres wegen häuslicher Gewalt intervenieren müssen. Im Juni erstattete die Mutter des getöteten Kindes schliesslich Strafanzeige in ihrem Wohnkanton wegen häuslicher Gewalt durch ihren in Renens wohnhaften Partner. Das betroffene Quartier in Renens war wegen des Dramas zwischen 15.30 und 19.30 Uhr abgeriegelt. Insgesamt waren rund 30 Polizisten im Einsatz. (sda)

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