Auch Sohn tot – Vater und Mutter sterben an Corona und hinterlassen fünf Töchter
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Auch Sohn totVater und Mutter sterben an Corona und hinterlassen fünf Töchter

Corona-Horror für eine achtköpfige Familie: Zuerst stirbt der 30-jährige Sohn, danach seine Mutter und ein paar Tage später der Vater. Alle drei waren mit Covid-19 infiziert.

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Die Eltern hinterlassen fünf Töchter.

Die Eltern hinterlassen fünf Töchter.

privat
Vater Claudio P. fällt als Erstes ins Koma.

Vater Claudio P. fällt als Erstes ins Koma.

privat
Bei der Beerdigung warfen die Kinder Plüschtiere ins Grab.

Bei der Beerdigung warfen die Kinder Plüschtiere ins Grab.

imago images/Future Image

Darum gehts

  • Die Eltern Rita und Claudio P. hinterlassen fünf Töchter.

  • Vier davon sind noch minderjährig und trauern um ihre Eltern.

  • Der Stiefbruder möchte das Sorgerecht zusammen mit der ältesten Schwester beantragen und sich um die Mädchen kümmern.

Claudio und Rita P. hinterlassen fünf Töchter, vier davon minderjährig. Sie lebten zusammen mit ihren fünf Kindern in einem Haus in Neuenbürg, Baden-Württemberg. Die älteste Tochter ist 24 und wohnt nicht mehr zu Hause. Ende November erkrankte ihr einziger Sohn Massimiliano an Covid-19, wie die «Bild» schreibt. Er bekam schlecht Luft und hatte Fieber. Der Corona-Test fiel positiv aus. Der 30-Jährige legte sich zuhause hin und wollte seine Infektion dort auskurieren. Tage später, genauer gesagt am 3. Dezember, wachte er nicht mehr auf. Massimiliano starb im Schlaf.

Die jüngste Tochter der Familie, Alexya (9) erkrankte ebenfalls an Corona, hatte aber keine Mühe, die Infektion wegzustecken. Mutter Rita und Vater Claudio erwischt es auch, sie zeigen starke Symptome. Es geht ihnen nicht gut, sie müssen ins Spital und kommen dort auf die Intensivstation. Sie halten Kontakt mit Luciano, dem Sohn des Vaters aus einer früheren Beziehung. Claudio P. fällt als Erstes ins Koma, seine Frau Rita bittet den Stiefsohn, dies den Schwestern nicht zu verraten. Danach fällt auch sie ins Koma. Am 13. Dezember stirbt sie, zwei Tage später auch der Vater. Die drei waren nicht geimpft.

Was passiert mit den minderjährigen Töchtern?

Die minderjährigen Schwestern ziehen zu einer Tante, leben dort mit deren Familie auf engstem Raum. Der 39-jährige Luciano: «Das ist natürlich kein Dauerzustand.» Die minderjährigen Schwestern seien so traumatisiert, dass sie nicht zurück möchten. «Ich habe Angst, dass das Jugendamt interveniert und meine Schwestern in ein Heim müssen.» Er und die älteste Schwester wollen nun das Sorgerecht beantragen und es sich teilen. Weiter möchte er auch ein renovierbedürftiges Haus, welches er kaufte, ausbauen und mit seinen Schwestern dort einziehen.

Vor knapp einer Woche wurden die Eltern und der Sohn in Pforzheim beerdigt. 60 Trauergäste waren anwesend, unter anderem die Nachbarn und Mitarbeiterinnen einer Diakonie, wo die Mutter arbeitete. Die Schwestern warfen Kuscheltiere ins Grab. Luciano hat sich nach dem Tod seines Vaters impfen lassen. «Dass unsere Familie das nicht vorher getan hat, war ein Fehler.»

Hast du oder hat jemand, den du kennst, Mühe mit der Coronazeit?

Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Safezone.ch, anonyme Onlineberatung bei Suchtfragen

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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(fos)

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