Aktualisiert 28.03.2020 10:14

Sorens FR

«Er hat sie wegen Traktoren getötet»

Ein 47-jähriger Mann und sein 23-jähriger Sohn wurden in Sorens FR von einem 30-Jährigen erschossen. Der Täter wollte seinen Opfern zuvor Traktoren verkaufen.

von
rab/gab/lha
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Der 30-jährige Bauernsohn aus Sorens wurde am Donnerstag verhaftet. Er gibt zu, zwei Mazedonier in einer Alphütte ausserhalb der Gemeinde erschossen haben.

Der 30-jährige Bauernsohn aus Sorens wurde am Donnerstag verhaftet. Er gibt zu, zwei Mazedonier in einer Alphütte ausserhalb der Gemeinde erschossen haben.

Das Tatmotiv ist offenbar ein geplatzter Traktorenverkauf, für den der Schütze bereits eine Anzahlung von 10'000 Franken kassiert hatte.

Das Tatmotiv ist offenbar ein geplatzter Traktorenverkauf, für den der Schütze bereits eine Anzahlung von 10'000 Franken kassiert hatte.

Die Opfer, ein 47-jähriger Mazedonier aus dem Kanton Waadt und sein Sohn (23) wurden am Donnerstag tot aufgefunden.

Die Opfer, ein 47-jähriger Mazedonier aus dem Kanton Waadt und sein Sohn (23) wurden am Donnerstag tot aufgefunden.

la-gruyere.ch

Im Greyerzerland hat die Polizei am Donnerstag in einer Alphütte einen Mann (47) und dessen 23-jährigen Sohn tot aufgefunden. Die beiden Mazedonier stammten aus dem Kanton Waadt, wo sie als vermisst gemeldet worden waren. Aufgrund erster Abklärungen drängte sich eine Suche in der Region Sorens im Kanton Freiburg auf, wie die Freiburger Kantonspolizei am Donnerstag mitteilte.

Bei einer gross angelegten Suche wurden die beiden leblosen Körper in einer Alphütte in dieser Region gefunden. Noch während der Polizeioperationen wurde ein 30-jähriger Mann angehalten und verhaftet.

Täter wollte Opfern Traktoren verkaufen

Beim Tatverdächtigen handelt es sich um den Sohn eines angesehenen Milchbauern aus Sorens. Dieser hatte den späteren Opfern drei Traktoren für insgesamt 30'000 Franken zum Verkauf angeboten. Bereits am Wochenende hatten sie dafür eine Anzahlung von 10'000 Franken geleistet, wie ein Bekannter der Opfer gegenüber 20 Minutes erzählte. Sie wollten die Traktoren offenbar nach Mazedonien exportieren.

Nur: Die Traktoren gehörten dem Vater des 30-Jährigen und dieser war mit dem Verkauf offenbar nicht einverstanden. Als die Käufer am Mittwoch nach Sorens zurückkehrten, um den Deal abzuschliessen, eskalierte die Situation. Was sich genau in der Alphütte abspielte und warum der Bauernsohn die Mazedonier genau dorthin lockte, ist noch nicht klar. «Sie wurden wegen eines geplatzten Traktorenhandels getötet, es ist unglaublich», so der Bekannte.

Tierfreund, Autonarr und Problemkind

Der mutmassliche Doppelmörder war im Dorf schon mehrfach negativ aufgefallen. «Er war schon immer als Problemkind bekannt», sagt ein Nachbar gegenüber Blick. Der 30-jährige präsentiert sich auf Facebook als Tierfreund und Autonarr, der ein unbeschwertes Leben geniesst. Er hat seine Beteiligung an der Tat zugegeben.

Als mögliche Tatwaffe wurde eine Feuerwaffe des 30-jährigen Mannes sichergestellt. «Während der Untersuchung hat man Schussspuren an den leblosen Körper festgestellt», so der Polizeisprecher. Doch was wirklich genau vorgefallen sei, könne auch die Kantonspolizei noch nicht sagen. «Wir sind mitten in der Ermittlung und hoffen, dass wir den Fall schnell lösen können», sagt Vonlanthen.

Der 47-jährige getötete Mazedonier hinterlässt neben seinem ebenfalls ermordeten Sohn (23) zwei kleine Töchter im Alter von 2 und 4 Jahren und eine Ehefrau. (rab/gab/lha/sda)

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