Grabs: Vater verbrannter Mädchen war ein Lüstling
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GrabsVater verbrannter Mädchen war ein Lüstling

Ruedi Z., der seine beiden Mädchen tötete, war der Polizei bekannt. Er soll mehrere Frauen auf einer Raststätte sexuell belästigt haben und sass deswegen in U-Haft.

von
pwe

Beim 44-jährigen Ruedi Z., der sich und seine beiden kleinen Töchter in Grabs SG tötete und die Mädchen im Auto verbrannte, handelt es sich um den gleichen Mann, der auch mehrere Frauen auf der Autobahnraststätte Rheintal zwischen Buchs und Sevelen sexuell belästigt haben soll. Dies vermeldete die Zeitung Südostschweiz heute in ihrer Onlineausgabe.

«Am 19. Juli wurde der 44-Jährige verhaftet», sagt Natalie Häusler, Sprecherin der Staatsanwaltschaft St. Gallen gegenüber 20 Minuten.

«Die Staatsanwaltschaft stellte in der Folge Antrag auf Untersuchungshaft. Man machte Flucht-, Verdunkelungs- und Wiederholungsgefahr geltend. Das zuständige Zwangsmassnahmengericht lehnte den Antrag jedoch ab», so Häusler weiter. Nach zwei Tagen kam Ruedi Z. wieder frei.

Nach Eröffnung des Strafverfahrens gegen Ruedi Z. im Juli dieses Jahres soll seine Freundin ihm den Kontakt zu den beiden gemeinsamen Mädchen verboten haben, berichtet «Tele Züri».

Vorübergehend in Untersuchungshaft

Eine erste Anzeige zu den sexuellen Belästigungen auf der Raststätte ging im Jahr 2009 bei der Kantonspolizei St. Gallen ein. Der Täter soll vorwiegend hochdeutsch sprechende Frauen auf dem Weg zur Toilette angesprochen haben, sie in eine Ecke gelockt und dort «mit festem Griff an den Busen gefasst» haben. Der Fall wurde allerdings erst im August dieses Jahres publik, bis dann waren vier Anzeigen bei der Polizei eingegangen. Zwei weitere Opfer des Lüstlings haben sich nach Bekanntwerden der Verhaftung bei der Polizei gemeldet, wie die St. Galler Staatsanwaltschaft mitteilt.

Mädchen verbrannten im Auto

Die Polizei hat am Sonntag, 25. August, in einem Auto auf dem Simmenbödeli bei Grabs SG zwei verkohlte Kinderleichen gefunden. Es handelt sich um Chiara (2) und Svenja (5), die Töchter von Ruedi Z.

Dieser wurde einige hundert Meter vom Tatort entfernt mit schweren Brandverletzungen entdeckt. Ruedi Z. wurde mit der Rettungsflugwacht in eine Spezialklinik geflogen und erlag am frühen Sonntagabend seinen Verletzungen.

Am Sonntagnachmittag hatte er seine beiden Mädchen bei einer Verwandten der Mutter entführt.

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