John Shipton: Vater von Julian Assange hofft auf Begnadigung durch Joe Biden
Publiziert

John ShiptonVater von Julian Assange hofft auf Begnadigung durch Joe Biden

Ob Julian Assange an die USA ausgeliefert wird, entscheidet ein Londoner Gericht am 4. Januar. Der Vater des Wikileaks-Gründers hofft auf eine Begnadigung durch den neuen US-Präsidenten Joe Biden.

1 / 5
Julian Assange könnte am 4. Januar an die USA ausgeliefert werden.

Julian Assange könnte am 4. Januar an die USA ausgeliefert werden.

AFP
Die US-Justiz wirft dem gebürtigen Australier Julian Assange vor, geheimes Material von US-Militäreinsätzen im Irak und in Afghanistan gestohlen und veröffentlicht zu haben.

Die US-Justiz wirft dem gebürtigen Australier Julian Assange vor, geheimes Material von US-Militäreinsätzen im Irak und in Afghanistan gestohlen und veröffentlicht zu haben.

AFP
Seine Unterstützer sehen in ihm hingegen einen investigativen Journalisten, der Kriegsverbrechen ans Licht gebracht hat.

Seine Unterstützer sehen in ihm hingegen einen investigativen Journalisten, der Kriegsverbrechen ans Licht gebracht hat.

AFP

Darum gehts

  • Derzeit läuft in London der Prozess gegen Julian Assange. Am 4. Januar fällt der Entscheid über die Auslieferung an die USA.

  • Sein Vater Joe Shipton hofft im Falle eines Falles auf die Begnadigung durch Joe Biden.

  • Die USA werfen Assange vor, geheimes Material von US-Militäreinsätzen im Irak und in Afghanistan gestohlen und veröffentlicht zu haben.

  • Seine Unterstützer sehen in ihm hingegen einen investigativen Journalisten, der Kriegsverbrechen ans Licht gebracht hat.

Der Vater von Wikileaks-Gründer Julian Assange hofft auf eine Begnadigung seines Sohnes durch den künftigen US-Präsidenten Joe Biden. Das sagte John Shipton der Deutschen Presse-Agentur (DPA) am Dienstag. Am 4. Januar soll ein Gericht in London über den US-Auslieferungsantrag für Assange entscheiden.

Der 76-Jährige ist zwar überzeugt, dass die Verteidiger seines Sohnes die besseren Argumente haben, trotzdem befürchtet er eine Niederlage vor Gericht. Grund dafür sei vor allem die aus seiner Sicht «willkürliche und böswillige» Behandlung seines Sohnes in dem Verfahren. Der habe beispielsweise nicht ausreichend Möglichkeit bekommen, während der Verhandlungen mit seinen Anwälten zu kommunizieren.

Joe Biden könnte über Schicksal entscheiden

Auch dem UN-Sonderberichterstatter für Folter, Nils Melzer, zufolge könnte Assanges Schicksal in den Händen Bidens liegen. Er erwartete, dass die erste Instanz dem Auslieferungsantrag stattgeben werde, es sei denn der künftige US-Präsident signalisiere, dass er einen anderen Ausgang wünsche, sagte Melzer der Deutschen Welle.

Der UN-Experte sieht in dem Prozess in London kein faires Verfahren. «Was wir sehen, ist, dass die Briten Julian Assange systematisch seiner grundlegenden Rechte berauben, seine Verteidigung vorzubereiten, Zugang zu seinen Anwälten und zu rechtlichen Dokumenten zu haben», so der Schweizer.

Julian Assange im Visier der USA

Die US-Justiz wirft dem gebürtigen Australier Julian Assange vor, gemeinsam mit der Whistleblowerin Chelsea Manning – damals Bradley Manning – geheimes Material von US-Militäreinsätzen im Irak und in Afghanistan gestohlen und veröffentlicht zu haben.

Der 49-Jährige habe damit das Leben von US-Informanten in Gefahr gebracht, so der Vorwurf. Seine Unterstützer sehen in ihm hingegen einen investigativen Journalisten, der Kriegsverbrechen ans Licht gebracht hat. Jahrelang hatte sich Assange einer Festnahme durch die Flucht in die ecuadorianische Botschaft in London entzogen. In Amerika droht ihm im Falle einer Verurteilung ein Strafmass von bis zu 175 Jahren.

(DPA)

Deine Meinung