Gewalt während Fussballspiel: Vater von Junior schlägt Trainer Faust ins Gesicht

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Gewalt während FussballspielVater von Junior schlägt Trainer Faust ins Gesicht

Brutalo-Szene am letzten Sonntag in Luzern bei einem Junioren-Spiel: Weil der Sohn auf der Ersatzbank Platz nehmen muss, rastet sein Vater aus und greift den Trainer an.

von
pz
Ort der wüsten Szene: Auf dem Sportplatz Wartegg in Luzern schlug ein Juniorenvater dem Trainer die Faust ins Gesicht.

Ort der wüsten Szene: Auf dem Sportplatz Wartegg in Luzern schlug ein Juniorenvater dem Trainer die Faust ins Gesicht.

Es passierte am Sonntagnachmittag auf dem Sportplatz Wartegg in Luzern. Während des B-Junioren Meisterschaftsspiels in der Coca-Cola League zwischen den OG Kickers und Emmen United kam es zu einem hässlichen Vorfall. Es lief die 40. Minute, da ging plötzlich ein Spielervater von Emmen United auf den Trainer seines Sohnes los, wie «regiofussball.ch» berichtet. Der erste Faustschlag verfehlt den 31-Jährigen knapp – der zweite Versuch war ein Volltreffer mitten ins Gesicht.

Der Trainer ist geschockt: «Ich habe so etwas noch nie erlebt, mir fehlen die Worte.» Nasenbluten und Schmerzen waren die Folgen des tätlichen Angriffs. Nach der Gewaltaktion gehen Eltern von Junioren dazwischen und begleiten den Vater vom Platz. Doch damit nicht genug: Der Mann stürmt mehrmals wiederholt auf den Trainer zu. Wiederum schritten Zuschauer ein und eskortieren den aufgebrachten Vater vom Platz.

Auch der Sohn rastet aus

Der Grund für die Attacke war, dass der Sohn auf der Ersatzbank Platz nehmen musste und nicht spielen durfte. «Harte Entscheidungen des Trainers gehören zum Sport. Es können nicht alle gleichzeitig spielen. Ich hatte mit seinem Vater bis zum letzten Sonntag nie Probleme», so der Trainer. Auch ein verletzter Junior – ausser Gefecht in diesem Match wegen mehrfachem Armbruch – kam seinem Trainer zu Hilfe und stellte sich schützend zwischen ihm und dem Täter. Sein beherztes Einschreiten musste er mit er mit einer Wunde an seinem bereits eingegipsten Arm bezahlen.

In der zweiten Halbzeit verlor schliesslich auch der Sohn die Beherrschung: Er deckte seinen Trainer mit Schimpftiraden ein. Die Folge: Der Schiedsrichter verwies ihn des Feldes. Erst danach hätte sich die Situation beruhigt. Dass Emmen United das Spiel mit 2:5 verliert, verkam zur Nebensache.

Trainer überlegt sich rechtliche Schritte

«Ich verurteile Gewalt im Zusammenhang mit Fussball aufs Schärfste», sagt Markus Studer, Präsident des SC Emmen. «An der Vorstandssitzung vom Mittwochabend werden wir den Vorfall besprechen und allenfalls Konsequenzen ziehen», so Studer weiter. Der Innerschweizer Fussballverband (IFV) wartet seinerseits den Schiedsrichterrapport ab. «Solche Leute haben auf dem Fussballplatz nichts zu suchen, aber wir können gegen einen Zuschauer kein Platzverbot aussprechen», so Urs Dickerhof, Präsident des IFV. Eine solche Sanktion müsste der Verein treffen.

Ob der Juniorentrainer von Emmen United rechtliche Schritte einleiten will, lässt er offen: «Ich werde den Vorfall erst etwas verdauen und dann entscheide ich, wie ich verfahren möchte.» Am meisten tun dem Trainer die Junioren leid. «Sie sind menschlich so tolle Charaktere und haben das nicht verdient.»

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