Aktualisiert 05.10.2009 13:43

Drama von Oberrieden

«Vater war oft gewalttätig»

Während eines handgreiflichen Streits zückte F.Z.* (22) eine Waffe und erschoss ihren Vater. Nun erzählt die Mutter, warum es zur Bluttat kam.

von
Regina Ryser

Physisch und psychisch hat der 52-jährige M.Z.* aus Oberrieden seine Tochter immer wieder angegriffen. «Es gab Gewalt in unserer Familie», bestätigt Mutter T.Z.* (51) gegenüber 20 Minuten. Auch am Donnerstagabend wurde M.Z. gegenüber seiner Tochter tätlich und schrie sie an. Daraufhin zückte die 22-jährige F.Z. eine Waffe und schoss auf ihn in der elterlichen Wohnung in Oberrieden.

Der 52-jährige Fitnesstrainer und Schweizer Meister im Powerlifting (Bankdrücken) erlag kurze Zeit später seinen Verletzungen. Die Tochter floh aus der Wohnung, stellte sich jedoch rund eine Stunde später der Polizei. T.Z. hält zu ihrer Tochter: «Sie hat in Notwehr gehandelt.» Im Gespräch liess die Mutter durchblicken, dass sie sich schwere Vorwürfe mache, weil sie ihren Mann nicht selbst gestoppt hat.

Die 22-jährige Schweizerin sitzt in Haft. Woher sie die Tatwaffe hatte, ist noch unklar. «Wir haben sie trotz intensiver Suche noch nicht gefunden», sagt Kapo-Sprecher Werner Benz. Die Kugel stamme vermutlich aus einem Revolver.

*Name der Redaktion bekannt

F. Z. suchte Waffe im Internet

F. Z. erkundigte sich laut Medienberichten bereits im April im Internet danach, wie sie an eine Faustfeuerwaffe kommen könne. In ihrer Freizeit modelte die Schweizerin und spielte Online-Rollenspiele im Internet. Sie arbeitete als Buchdruckerin im Bezirk Horgen. In Oberrieden gilt die 22-Jährige als aufgestellt und fröhlich. «In der Schule hat sie es aber nicht immer leicht gehabt und wurde gemieden», erzählt eine ehemalige Schulkollegin.

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