Aktualisiert 03.11.2014 15:35

Laupen BEVater will mit Website vor «bösen Männern» warnen

Mit einer Alarm-Website gegen Kindsentführungen: Ein besorgter Vater hat nach einem Vorfall in Laupen ein Internet-Forum gegründet. Eltern sollen sich dort helfen können.

von
Sonja Mühlemann
Das neunjährige Mädchen soll von einem Unbekannten in Laupen gepackt worden sein.

Das neunjährige Mädchen soll von einem Unbekannten in Laupen gepackt worden sein.

Ein Unbekannter soll am Donnerstag versucht haben, eine Drittklässlerin auf dem Nachhauseweg in Laupen festzuhalten. Die Neunjährige konnte sich losreissen und nach Hause rennen. Seither machen sich Eltern Sorgen, die Schule hat einen Informationsbrief verteilt.

Weil in Fällen von versuchten Entführungen oder Belästigungen von Kindern mehrere Stunden oder Tage vergehen können, bis alle Eltern informiert sind, hat ein Vater aus der Region Laupen die Initiative ergriffen: Nach dem Vorfall hat er eine nationale Alarm-Webseite ins Leben gerufen. «Eltern können dort Beobachtungen und Warnhinweise eintragen und sich so rasch gegenseitig informieren», umreisst er seine Idee. Aus Sorge um seine Kinder will der Mann anonym bleiben.

Jeder kann warnen

Wenn sich eine mögliche Entführung ereigne, zähle jede Minute, um das eigene Kind schützen zu können – wer aber wann informiert werde, sei von den Behörden, der Schule und Gesprächen mit anderen Eltern abhängig. «Es handelt sich also um reinen Zufall», so der Mann. Seine Webseite sei eine tägliche Informationsquelle, die alle Meldungen sammle.

Wer sich mit seiner Emailadresse registriert, kann Warn-Beiträge verfassen. Damit Spekulationen und Verdächtigungen nicht überhandnehmen, will der Gründer die Beiträge vor Veröffentlichung sichten.

Polizei: «Schmaler Grat»

Bei der Kapo Bern heisst es, dass grundsätzlich die Polizei und die Justiz für die Ermittlung und Aufklärung von Straftaten zuständig sind. «Dabei muss jeweils auch aufgepasst werden, dass es zu keinen Vorverurteilungen kommt», sagt Kapo-Sprecher Andreas Hofmann. Im aktuellen Fall von Laupen liefen die Ermittlungen noch.

Derweil hegt der Gründer der Alarm-Webseite bereits Ausbaupläne: «Mein Ziel wäre es, dass die Eltern dereinst automatisch eine Warn-SMS erhalten, wenn sie ihre Handynummer registriert haben.»

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