Aktualisiert 03.08.2006 21:08

Vater will seinen dreijährigen Sohn aus dem Libanon retten

Seit Kriegsausbruch sitzt der Deutsch-Libanese Malek Nahas (38) in Europa fest. Mit der Unterstützung eines Arboner Geschäftsfreunds will er versuchen, seinen dreijährigen Sohn aus dem Libanon zu holen.

«Ich lebe seit drei Wochen aus dem Kofferraum», sagt der alleinerziehende Vater Malek Nahas, während er in seinem Koffer nach seinem Handy sucht. Das Handy ist seine einzige Verbindung zu seinem 3-jährigen Sohn Kevin, der bei seinen Grosseltern im Libanon ausharrt.

Während Nahas geschäftlich an einer Jeep-Tuning-Convention in Österreich weilte, brach im Libanon der Krieg aus. An einen Rückflug ist seither nicht zu denken. Nahas wusste weder ein noch aus. Peter Böhler, einem Tuning-Spezialisten aus Arbon, fiel der verzweifelte Mann auf. Er bot Nahas Hilfe an und sorgte dafür, dass dieser in Arbon ein Dach über dem Kopf fand.

«Das Schlimmste ist, von Kevin getrennt zu sein», so Nahas. Sein Plan wäre, den Sohn nach Syrien zu bringen und von dort nach Europa zu fliegen. Aber nach Beirut fliegen kann er nicht, und der Weg über die Strasse ist zu gefährlich. Das Risiko, in ein Kreuzfeuer zu geraten, wäre sehr gross. Deshalb wartet Malek hier auf seine Gelegenheit: «Alles, was ich bräuchte, wären zwei Tage Waffenruhe, um meinen Sohn nach Europa zu holen.»

(poe)

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