11.10.2017 07:26

ZahnkorrekturVater zieht Tochter vors Bundesgericht und verliert

Ein Vater findet die gewünschte Zahnkorrektur seiner Tochter «unnötig». Nach einer Beschwerde der Tochter beim Familiengericht zieht der Vater den Fall bis vors Bundesgericht.

Teure Angelegenheit: Kieferorthopädische Behandlungen können viel kosten.

Teure Angelegenheit: Kieferorthopädische Behandlungen können viel kosten.

Keystone

Ein 13-jähriges Mädchen aus dem Aargau wollte seine Zahnlücken korrigieren – ein kostspieliges Unterfangen. Zu kostspielig für die Eltern, die ihrer Tochter die Behandlung verweigerten. Sie gab sich aber nicht so schnell geschlagen und wandte sich Ende letzten Jahres an das Aargauer Familiengericht. Das zeigte ein kürzlich veröffentlichtes Urteil.

Bereits seit 2014 wird das Vermögen des Mädchens zu seinem Schutz von einem Beistand verwaltet. Das Familiengericht entschied nach einer Beurteilung, ein weiterer Beistand solle den Wunsch der 13-Jährigen prüfen.

«Hirngespinste und fehlgeleitete Wünsche»

Dagegen wehrte sich der Vater des Mädchens und wandte sich an das Aargauer Obergericht. Er befand die Zahnkorrektur für «unnötig», weil das Kind «nicht mehrere und schon gar nicht grosse Zahnlücken» habe. Das Schreiben seiner Tochter an das Familiengericht bestehe aus «Hirngespinsten und fehlgeleiteten Wünschen». Zudem würde «auf unzulässige Weise in die Familienautonomie der Eltern eingegriffen».

Das Aargauer Obergericht wies den Einwand des Vaters zurück, was diesen veranlasste, vor das Bundesgericht zu ziehen. In seinem Urteil bezeichnete das Bundesgericht die Beschwerde als «offensichtlich unbegründet» und als «querulatorisch». Das Gericht lehnte auch das Gesuch des Vaters auf unentgeltliche Rechtspflege ab. Zudem muss der Vater die Verfahrenskosten von 800 Franken bezahlen.

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