Kreisgericht Wil SG: Vater zündet Polizeiauto an – um Sohn zu rächen
Aktualisiert

Kreisgericht Wil SGVater zündet Polizeiauto an – um Sohn zu rächen

Ein 43-jähriger St. Galler soll im März vor dem Polizeiposten in Flawil ein Polizeiauto in Brand gesetzt haben. Nun muss er sich vor Gericht verantworten.

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taw
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In der Nacht auf den 22. März 2014 ist in Flawil ein Polizeiauto vor dem Polizeiposten abgebrannt.

In der Nacht auf den 22. März 2014 ist in Flawil ein Polizeiauto vor dem Polizeiposten abgebrannt.

Kapo SG
Am Polizeiauto entstand Totalschaden. Auch die Hausfassade der Polizeistation Flawil und ein weiteres Auto wurden durch den Brand beschädigt.

Am Polizeiauto entstand Totalschaden. Auch die Hausfassade der Polizeistation Flawil und ein weiteres Auto wurden durch den Brand beschädigt.

Kapo SG

Der Angeklagte, ein gelernter Schreiner, ging laut Anklageschrift am 22. März diesen Jahres um etwa 2.20 Uhr zum Polizeiposten in Flawil. Auf dem Weg dorthin nahm er von der Bahnhofstrasse ein Altpapierbündel mit. Dieses übergoss er mit mitgebrachtem Petrol und zündete es an. Danach legte er das Bündel unter die Motorhaube des dort abgestellten Polizeiautos. Laut Anklageschrift stand der Wagen nicht mehr als einen halben Meter vom Polizeiposten Flawil entfernt.

Rache, weil man seinen Sohn erwischt hat

Das Polizeiauto brannte vollständig aus. Zudem wurde die Hausfassade des Polizeipostens und ein ziviles Patroullienfahrzeug beschädigt. Der entstandene Sachschaden beläuft sich auf mehrere zehntausend Franken.

Ziel der Brandstiftung war es offenbar, die Beamten von der Befragung seines Sohnes abzulenken. Kurz nach der Tat hat sich der Angeklagte selbst gestellt, wie damals Natalie Häusler, Mediensprecherin der Staatsanwaltschaft, sagte. Der Angeklagte war demnach sauer, weil sein Sohn einige Stunden vor der Tat von der Polizei erwischt worden war, als er in Flawil mit seinem Roller ohne das notwendige «L» unterwegs war. Statt seinen Junior zu ermahnen, zog es der Angeklagte vor, sich an der Polizei zu rächen.

18 Monate Freiheitsstrafe beantragt

Der Angeklagte muss sich deshalb am Donnerstag wegen Brandstiftung vor dem Kreisgericht Wil verantworten. Die Staatsanwaltschaft beantragt eine Freiheitsstrafe von 18 Monaten, zehn davon bedingt. Dies unter Anordnung einer Probezeit von drei Jahren.

Zudem muss er eine Geldstrafe aus einer früheren Verurteilung zahlen. Der Angeklagte wurde nämlich von der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland am 8. August 2011 wegen Fahrens ohne Fahrausweis, einfache Verletzung der Verkehrsregeln und Fahrens unter Missachtung von Auflagen zu einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu je 30 Franken verurteilt. 50 Tagessätze waren bedingt unter der Anordnung einer Probezeit von vier Jahren. Weil er sich innerhalb dieser vier Jahre nun wieder etwas hat zu Schulden lassen kommen, muss er nun die volle Summe zahlen.

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