«Bitter und vage»: Vatikan weist Küng-Kritik zurück
Aktualisiert

«Bitter und vage»Vatikan weist Küng-Kritik zurück

Der Vatikan will nichts von den Vorwürfen des katholischen Theologen Hans Küng an Papst Benedikt XVI. wissen. Diese trügen nicht zur Einheit der katholischen Kirche bei.

Küng hatte in einem Beitrag für europäische Zeitungen gesagt, die katholische Kirche drohe unter diesem Papst zu einer Sekte zu werden. Ausserdem übte er erneut heftige Kritik an der Entscheidung Benedikts, unter anderem die Exkommunikation des britischen Holocaust-Leugners Richard Williamson aufzuheben.

«Das hat uns innerlich verletzt, dieses Interview zu lesen», sagte Kardinalsdekan Angelo Sodano am Mittwoch in einem Interview mit Radio Vatikan. «Eine brüderliche Kritik ist in der Kirche immer möglich», fügte er an. Pauschale Kritik hingegen fördere nicht die Einheit der Kirche, für die der Papst so sehr arbeite.

Küng hatte in den vergangenen Wochen wiederholt die Rücknahme der Exkommunikation von vier traditionalistischen Bischöfen durch den Papst scharf attackiert. Gerade als Deutscher hätte Benedikt dabei die Reaktionen auf den anti-semitischen Williamson vorhersehen müssen, sagte der Theologe der Pariser Zeitung «Le Monde». (sda)

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