Eishockey-WM: Vauclair erlöst Schweiz in der Verlängerung

Aktualisiert

Eishockey-WMVauclair erlöst Schweiz in der Verlängerung

Der WM-Auftakt der Hockey-Nati ist durchzogen: Nachdem sie sich gegen Frankreich lange schwer getan haben, können die «Eisgenossen» das Spiel doch noch für sich entscheiden.

Nach 106 Sekunden der Verlängerung durchbrach Julien Vauclair den Widerstand der Franzosen, die eher zur dritten als zur zweiten Garde der Hockey-Szene zählen. Der Verteidiger aus Lugano sprintete über die ganze Eisfläche und dribbelte sich im Stile eines Top-Stürmers zum entscheidenden Treffer. So sehenswert die letzte Aktion der Schweizer war, so durchschnittlich verlief ihr Turnierstart.

Gegen Frankreich haben die Schweizer zwar seit dem 2:4 vor elf Jahren an der WM in Russland nicht mehr verloren, auf erbitterte Gegenwehr sind sie gegen diesen unbequemen Kontrahenten aber fast ausnahmslos gestossen. In Kosice wiederholte sich die Geschichte. Vauclair ersparte seiner Equipe ein womöglich blamables Resultat.

Schweiz dreht erst im dritten Drittel auf

Die Schweizer hatten während zwei Dritteln schwer enttäuscht. Nicht die Equipe von Sean Simpson, die zuletzt fünf von sieben Test-Partien gewonnen und sogar die Weltnummer 1 Russland zweimal bezwungen hatte, dominierte in jener Phase, sondern der krasse Aussenseiter. Mal für Mal stand der Genfer Keeper Tobias Stephan im Mittelpunkt. Die Nummer 1 der Schweiz vermied mit diversen Paraden einen desaströsen Start.

Laurent Meunier, der Stürmer mit NLA-Vergangenheit, stellte die Schweizer Defensive immer wieder vor Probleme. Auch mit dem einzigen französischen NHL-Professional Stéphane da Costa bekundete die Schweizer Auswahl erhebliche Probleme. Die Verteidiger, unter ihnen der WM-Debütant Luca Sbisa, gerieten phasensweise regelrecht unter Beschuss.

Offensiv traten die Schweizer zu lange kaum in Erscheinung. Zu viel passte in den ersten 40 Minuten nicht zusammen. Romano Lemm redete den schwachen Auftritt im Pausen-Interview nicht schön: "Wir brachten kaum einen geraden Angriff zustande." Erst im Schlussdrittel steigerte sich Simpsons Team spürbar. Ambühl, Lötscher und Plüss verpassten erstklassige Chancen.

Blackouts und Stromausfall

Nicht nur die Schweizer leisteten sich einige Blackouts. Den grössten der Partie hatten die Organisatoren zu verkraften. Zu Beginn des letzten Drittels legte ein Stromausfall das Geschehen in Kosice minutenlang lahm.

Schweiz - Frankreich 1:0 (0:0, 0:0, 0:0, 1:0) n.V.

Steel Arena, Kosice. - 2964 Zuschauer. - SR Partanen/Rönn (Fi), Semjonow/Terho (Est/Fi).

Tor: 62. Julien Vauclair (Rüthemann) 1:0. - Strafen: 6mal 2 Minuten gegen die Schweiz, 5mal 2 Minuten gegen Frankreich.

Schweiz: Stephan; Bezina, Diaz; Du Bois, Seger; Philippe Furrer, Julien Vauclair; Sbisa; Gardner, Martin Plüss, Rüthemann; Bieber, Trachsler, Simon Moser; Sprunger, Romano Lemm, Stancescu; Lötscher, Ambühl, Monnet.

Frankreich: Huet; Besch, Auvitu; Hecquefeuille, Bachet; Moisand, Roussel; Janil; Sacha Treille, Meunier, Bellemare; Desroisiers, Stéphane da Costa; Teddy da Costa, Gras, Tardif; Romand, Raux, Henderson; Arrossamena.

Bemerkungen: Schweiz ohne Déruns (verletzt), Beat Gerber, Rubin, Manzato (alle überzählig) und Genoni (Ersatztorhüter). Unterbruch von 11 Minuten wegen Stromausfalls (42.). - Schüsse: Schweiz 35 (11-8-13-3); Frankreich 29 (12-12-4-1). - Powerplay: Schweiz 5/0; Frankreich 6/0. (si)

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