Versicherungen: Vaudoise mit weniger Reingewinn
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VersicherungenVaudoise mit weniger Reingewinn

Der Versicherer Vaudoise erreichte im abgelaufenen Geschäftsjahr einen um 2,3 Prozent niedrigeren Reingewinn. In einem Geschäftsbereich sank das Ergebnis um 12 Prozent.

Dank der hohen Gewinne in den vergangenen Jahren will der Versicherer Vaudoise nun auch seine Kunden beschenken. Die treuen Privatkunden erhalten in diesem Jahr einen Rabatt von 15 Prozent auf den Autoversicherungsprämien.

«Wir wollen eine neue Gewinnverteilungspolitik, um den genossenschaftlichen Charakter der Vaudoise Allgemeine zu bekräftigen», sagte Geschäftsführer Philippe Hebeisen am Mittwoch auf der Bilanzmedienkonferenz in Zürich.

Zu diesem Zweck würden in diesem Jahr 25 Mio. Fr. in einen Fonds einbezahlt. Mit dem Geld würden heuer die Prämien von Motorfahrzeugversicherungen um ungefähr 15 Prozent gesenkt.

In den Genuss komme jeder Privatkunde, der mehr als drei Jahre bei der Vaudoise versichert sei, sagte der operative Chef Renato Morelli: «Wir schauen dabei nicht auf die Schadenquote des Versicherten.» Jeder treue Kunde erhalte gleich viel Rabatt, egal wie viele Schäden er verursacht habe.

Im nächsten Jahr sollen die Firmenkunden von Autoversicherungsrabatten profitieren. Dann würden auch die Prämien für Privathaftpflicht und Hausratsversicherungen gesenkt. Im übernächsten Jahr sollen dann alle anderen treuen Kunden der Sachversicherungssparte in den Genuss von Prämienrabatten kommen, wie Morelli im Gespräch mit der Nachrichtenagentur SDA sagte.

Kein einmaliger Rabatt

Damit erhielten alle treuen Kunden innert drei Jahren Prämienrabatte. Dafür wolle die Vaudoise auch in den kommenden Jahren eine Summe in Grössenordnung von jährlich rund 25 Mio. in diesen Rabattfonds einbezahlen. «Das ist keine einmalige Aktion», sagte Gruppenchef Hebeisen. Auch die Aktionäre würden bedacht. Man wolle die Dividende der Namenaktie B um 2 auf 9 Fr. je Titel erhöhen.

Im vergangenen Jahr erzielte die vor allem in der Westschweiz verankerte Gruppe einen Reingewinn von 117,4 Mio. Franken. Das ist zwar 2,3 Prozent weniger als das revidierte Vorjahresresultat, aber immer noch das viertbeste Ergebnis der Unternehmensgeschichte.

Grund für den leichten Rückgang sei ein schlechteres Anlageergebnis, das aber angesichts der Schuldenkrise und Börsenflaute immer noch gut sei, sagte Hebeisen. Auf der anderen Seite profitierte die Vaudoise von einem besseren Finanzergebnis und tieferen Steuern.

Das versicherungstechnische Ergebnis sei dank günstiger Schadenquote und der Kostenkontrolle hervorragend, sagte Hebeisen. Weil Katastrophen und andere Grossschäden ausblieben, verbesserte sich das Verhältnis von Schadenaufwand und Kosten zu den Prämieneinnahmen (Combined Ratio) deutlich von 87,4 auf den neuen Rekord von 82,2 Prozent.

Prämieneinbruch

Die Prämien der Gruppe brachen indes von 3 Mrd. auf 1,8 Mrd. Fr. ein. Verantwortlich dafür ist das Lebenversicherungsgeschäft, wo sich die Prämien auf 1,17 Mrd. Fr. halbierten, nachdem im Vorjahr die italienische Steueramnestie die Prämien in einmalige Höhen katapultiert hatte. Dabei hatten reiche Italiener Guthaben von Banken in umstrittene, aber legale Lebensversicherungsmäntel verschoben.

Nach dem Ende der Steueramnestie komme man wieder in normalere Fahrwasser, sagte Hebeisen. Die Prämien der Liechtensteiner Tochter Valorlife fielen im vergangenen Jahr von 2 Mrd. auf 887 Mio. Franken. Dagegen nahm der Gewinn von 3,2 Mio. auf 4,4 Mio. Fr. zu.

Dagegen konnte die Vaudoise im Sach- und Haftpflichtversicherungsgeschäft die Prämien um 2,4 Prozent auf 639 Mio. Fr. steigern. Damit sei man schneller gewachsen als der Schweizer Markt.

In den ersten beiden Monaten des Jahres habe die Vaudoise ihr Wachstum fortgesetzt, sagte Hebeisen. Das Prämienvolumen im Nichtleben-Geschäft lag bis Ende Februar um 2,9 Prozent über dem Vorjahresergebnis. (sda)

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