Gefälschtes Zertifikat: VBS-Masken schützen nicht genug vor Corona

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Gefälschtes ZertifikatVBS-Masken schützen nicht genug vor Corona

Die Schutzmasken, die das VBS vor Monaten besorgte, sind qualitativ minderwertig. Dabei hatte die Behörde versichert, dass die Masken der Norm entsprächen. Doch das VBS war auf ein gefälschtes Zertifikat reingefallen.

von
Karin Leuthold
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Die sogenannten VBS-Schutzmasken schützen nicht genug vor einer Corona-Ansteckung. 

Die sogenannten VBS-Schutzmasken schützen nicht genug vor einer Corona-Ansteckung.

KEYSTONE
Das zeigt ein Qualitätstest, den die SRF-Sendung «Kassensturz» durchführen liess. Bei Test fallen die Masken durch.

Das zeigt ein Qualitätstest, den die SRF-Sendung «Kassensturz» durchführen liess. Bei Test fallen die Masken durch.

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Das VBS hatte die Masken durch die Firma BSI Test Limited zertifizieren lassen. Doch das BSI Test Limited ist keine echte Zertifizierungsstelle. Konkret: Das EU-Zertifikat im VBS-Dossier ist ein Fake.

Das VBS hatte die Masken durch die Firma BSI Test Limited zertifizieren lassen. Doch das BSI Test Limited ist keine echte Zertifizierungsstelle. Konkret: Das EU-Zertifikat im VBS-Dossier ist ein Fake.

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Darum gehts

  • 18 Millionen sogenannter VBS-Masken kamen in den vergangenen Monaten in den Handel.
  • Ein Qualitätstest der SRF-Sendung «Kassensturz» zeigt nun, dass die Masken im Test durchfallen.
  • Das VBS war auf ein gefälschtes Zertifikat reingefallen.

Zu Beginn der Corona-Pandemie besorgte das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) 18 Millionen Schutzmasken. Wie sich jetzt zeigt, schützen die angeblich hochwertigen Masken mit Prüfnorm Typ II wahrscheinlich nicht vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus - denn sie filtern teilweise nur gerade 80 Prozent der Aerosole.

Die Panne aufgedeckt hat der «Kassensturz». Die Sendung liess die Masken vom akkredierten Labor HygCen in Österreich testen. Bei jedem Test seien sie durchgefallen. Wie Professor Heinz-Peter Werner erklärte: «Die Qualität ist unterschiedlich, und das schliesst nicht aus, dass sie von verschiedenen Herstellern kommen.»

Ausgerechnet mit den Schimmelmasken vom Bund verglichen

Weiter entdeckte der «Kassensturz», dass das VBS bei der Prüfung der Masken auf ein gefälschtes Zertifikat reingefallen ist. So tragen die Masken das Zertifikat einer Firma BSI Test Limited. Doch das BSI Test Limited ist keine echte Zertifizierungsstelle. Margit Widmann, frühere Leiterin der Abteilung Marktüberwachung des Heilmittelinstituts Swissmedic, bestätigt: «Es ist gefälscht. Genau das Zertifikat, welches die europäischen Anforderungen hätte beweisen müssen.»

Das VBS hatte die Masken beim Schweizer Labor Spiez überprüfen lassen. Dieses ist aber gar nicht akkreditiert, Hygienemasken nach europäischer Prüfnorm zu testen. Das Spiezer Labor fügte nicht nur eine falsche Prüfnorm hinzu, es verglich zudem Messresultate ausgerechnet mit den Schimmelmasken aus dem Jahr 2007, deren Haltbarkeitsdatum längst abgelaufen war.

Keine Stellungnahme beim VBS

Vor drei Wochen hatte das VBS bereits zugegeben, dass die Masken zu Unrecht das CE-Zeichen tragen. Brigadier Markus Näf sagte damals zum «SRF»: «Die Maske ist als ‹Medical Face Mask› deklariert, das ist nicht korrekt. Sie erfüllt aber die Kriterien, sodass sie keine Gefährdung für die Bevölkerung darstellt.»

Zu den neuen Resultaten des österreichischen Labors wollte die Medienstelle des VBS sich diesmal nicht äussern, wie der «Kassensturz» schreibt.

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