Neue Broschüre: VBS warnt Mitarbeiter vor ausländischen Spionen
Aktualisiert

Neue BroschüreVBS warnt Mitarbeiter vor ausländischen Spionen

Die Affäre eines Schweizer Geheimdienst-Mitarbeiters mit einer russischen Spionin sorgte für Wirbel. Nun weist das VBS seine Mitarbeiter auf die Spionage-Gefahr hin.

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Die russische Spionin Anna Chapman wickelte mit ihren weiblichen Reizen Männer in Grossbritannien und den USA um den Finger, bis sie im Juni 2010 verhaftet wurde. Die attraktive Rothaarige kam mittels Gefangenenaustausch nach Russland zurück und ist dort nun in Fernsehsendungen zu sehen.

Die russische Spionin Anna Chapman wickelte mit ihren weiblichen Reizen Männer in Grossbritannien und den USA um den Finger, bis sie im Juni 2010 verhaftet wurde. Die attraktive Rothaarige kam mittels Gefangenenaustausch nach Russland zurück und ist dort nun in Fernsehsendungen zu sehen.

epa/Sergei Ilnitsky
Die CIA-Agentin Valerie Plame war in Niger auf Mission, um Uranlieferungen an den Irak zu untersuchen. Die schöne Blondine flog auf, weil ein Journalist der «Washington Post» ihren echten Namen erfuhr und veröffentlichte. Diese so genannte «Plame-Affäre» wurde in «Fair Game» verfilmt.

Die CIA-Agentin Valerie Plame war in Niger auf Mission, um Uranlieferungen an den Irak zu untersuchen. Die schöne Blondine flog auf, weil ein Journalist der «Washington Post» ihren echten Namen erfuhr und veröffentlichte. Diese so genannte «Plame-Affäre» wurde in «Fair Game» verfilmt.

AP/Dennis Cook
Die amerikanisch-iranische Journalistin Roxana Saberi war 1997 die «Miss North Dakota». Im April 2009 wurde sie im Iran wegen Spionage zu 8 Jahren Haft verurteilt, weil sie an geheime Berichte gelangt war. Wenig später liess man sie jedoch wieder frei, nachdem US-Präsident Barack Obama interveniert hatte.

Die amerikanisch-iranische Journalistin Roxana Saberi war 1997 die «Miss North Dakota». Im April 2009 wurde sie im Iran wegen Spionage zu 8 Jahren Haft verurteilt, weil sie an geheime Berichte gelangt war. Wenig später liess man sie jedoch wieder frei, nachdem US-Präsident Barack Obama interveniert hatte.

AP/Thibault Camus

Die Nachricht, dass ein Mitarbeiter des Nachrichtendienstes wegen einer Liaison mit einer Russin entlassen worden sei, sorgte vor einem Jahr für Aufsehen. Der Bund hüllte sich damals in Schweigen, ob und welche Geheimnisse die unbekannte Frau dem Russland-Verantwortlichen entlockt hat.

Ein Geheimdienst-Experte sagte damals zu 20 Minuten: Die Spioninnen appellierten an grundmenschliche Bedürfnisse. «Agenten haben drei Schwachstellen: Geld, Alkohol und Sex.»

Sind Sie im Visier?

Das scheint man auch beim Bund zu wissen. Das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) warnt seine Mitarbeiter in einer breitangelegten Sensibiliserungskampagne vor der Spionage durch ausländische Geheimdienste.

«Sind Sie im Visier?» heisst es auf dem Deckblatt der neuen Broschüre, das finstere Gestalten zeigt. Zur Zielgruppe gehören laut dem «St. Galler Tagblatt» neben VBS-Mitarbeitern auch Armeeangehörige.

«Dem Mitarbeitenden wird mittels der Kampagne bewusst gemacht, welche Alltagssituationen für seinen Arbeitgeber sowie für ihn gefährlich werden können», sagt VBS-Sprecher Renato Kalbermatten zur Zeitung. «Und sie zeigt, wie man sich verhalten muss und schützen kann.»

«Professionelle Ausfrager»

Das Büchlein behandelt Gefahren im virtuellen und realen Raum. Es geht um Erpressung und Aushorchen. So werden die Mitarbeiter etwa angehalten, mit beruflichen Informationen und persönlichen Daten vorsichtig umzugehen. Ein «professioneller Ausfrager» könne auch scheinbar harmlose Informationen zu einem Gesamtbild zusammensetzen und gegen eine Person verwenden.

Die Mitarbeiter sollen sich darum nicht über den Arbeitsplatz oder das Arbeitsumfeld ausfragen lassen. Ein weiteres Kapitel behandelt das Thema Erpressung. «Gibt es Geheimnisse in Ihrem Leben, die niemand erfahren darf?», wird da etwa gefragt.

Getarnt als Diplomaten, Geschäftsleute, Touristen

Wie aus dem jüngsten Lagebericht des Nachrichtendienstes hervorgeht, gewinnen auch Cyberspionage und andere Cyberoperationen für die Informationsgewinnung immer mehr an Bedeutung. Der Bericht warnt aber vor den konventionellen Machenschaften ausländischer Geheimdienste: vor verbotenem Nachrichtendienst gegen politische oder militärische Interessen in der Schweiz. Die Spione könnten getarnt als Diplomaten, Geschäftsleute oder Touristen in die Schweiz kommen.

Wie der Geheimdienst-Experte vor Jahresfrist zu 20 Minuten sagte, werden Nachrichtendienst-Mitarbeiter zwar schon in der Ausbildung für diese Gefahren sensibilisiert. Im Falle des sogenannten «Honey trapping», dem Anbandeln zur Informationsbeschaffung, verpufften die Warnungen jedoch unter Umständen schnell, wenn es ernst gelte.«Solange der Mensch in Geheimdiensten die Arbeit macht, wird es immer solche Fälle geben.» (20 Minuten)

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