Geheime Einkaufsliste: VBS will für 6 Milliarden Franken aufrüsten
Aktualisiert

Geheime EinkaufslisteVBS will für 6 Milliarden Franken aufrüsten

Bundesrat Ueli Maurer will bis 2020 total 6 Milliarden Franken investieren, um die Armee aufzurüsten. Das zeigt ein vertrauliches Papier des VBS.

von
lüs
Steht auf der Einkaufsliste des VBS: Das neue 12-cm-Mörsersystem der Ruag, das die Panzerminenwerfer 64/91 ersetzen soll.

Steht auf der Einkaufsliste des VBS: Das neue 12-cm-Mörsersystem der Ruag, das die Panzerminenwerfer 64/91 ersetzen soll.

Das Schweizer Stimmvolk hat am 18. Mai 2014, also vor genau einem Jahr, die Beschaffung von Gripen-Kampfjets abgelehnt. Jetzt plant das VBS erneut grosse Anschaffungen: Bis 2020 sollen insgesamt rund 6 Milliarden Franken in die Aufrüstung der «besten Armee der Welt» investiert werden. Dies geht aus einem vertraulichen Papier hervor, das dem «Blick» vorliegt.

Das Rüstungsprogramm 2015, das Ausgaben von 542 Millionen Franken vorsieht, kommt im Juni in den Nationalrat. Doch Bundesrat Ueli Maurer (SVP) will ein zusätzliches Rüstungsprogramm nachreichen, wie das VBS bestätigt. Über dessen Inhalt und Umfang sagt man im Departement Maurer zwar nichts. Gemäss dem Geheimpapier umfasst es aber die Nutzungsvelängerung für Fliegerabwehrkanonen, die Generalüberholung von Duro-Geländelastwagen, Erstatzkomponenten für die mobile Kommunikation sowie Sturmgewehr- und Pistolenmunition für insgesamt 1,1 Milliarden Franken.

Kauf von neuem Mörsersystem geplant

Erneut 1,1 Milliarden Franken will das VBS offenbar auch im Jahr 2016 investieren – teuerstes Projekt ist mit Kosten von 350 Millionen Franken die Beschaffung des neuen 12-cm-Mörser-Systems der Ruag. Es soll die Panzerminenwerfer 64/91 ersetzen, die das VBS aus dem Dienst genommen hat.

Gemäss dem Beschaffungsplan sollen von 2017 bis 2020 insgesamt weitere 3,2 Milliarden Franken ausgegeben werden. Ein Schwerpunkt liege dabei auf dem Luftbereich – dies sei wegen des Gripen-Neins nötig, sagt VBS-Sprecherin Karin Suini zum «Blick». Im VBS-Papier heisst es dazu: «Von 2015 bis 2020 geht es darum, Fähigkeitslücken zu schliessen, bevor Investitionen zur Beschaffung neuer Kampfflugzeuge nötig werden.» Laut Suini soll in rund drei Jahren die Beschaffung neuer Kampfflugzeuge an die Hand genommen werden. Bereits vorher könnte das VBS neue Transportflugzeuge kaufen: Die Abklärungen dazu sind bereits im Gang.

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