Aktualisiert 14.06.2004 12:51

VCS nimmt Einkaufszentrum ins Visier

Der Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) hat zusammen mit anderen Umweltverbänden das Shoppingcenter «Foxtown» bei Mendrisio ins Visier genommen.

Gegen den weiteren Ausbau der Einkaufszone wurden ein Rekurs und zwei Einsprachen eingereicht. Die Umweltschützer wollen damit ein Zeichen setzen. Rund um das «Foxtown»-Center und das Kasino Admiral zählten sie «an die 2300 Parkplätze», wie der VCS in einem Communiqué schreibt.

Eine umfassende Umweltverträglichkeits-Prüfung (UVP), wie für zusammenhängende Einkaufsgebiete vorgeschrieben, wurde laut VCS jedoch nie gemacht. Die Erschliessung des «Foxtown» - vom Bahnhof Mendrisio zu Fuss in 10 Minuten zu erreichen - durch öffentliche Verkehrsmittel sei «denkbar schlecht».

Reduktion der Parkplätze gefordert

Der VCS will mit dem Rekurs und den beiden Einsprachen die kommunalen und kantonalen Behörden zum Handeln zwingen. Die Umweltbelastung und das Verkehrschaos dürften nicht weiter zunehmen. Die Behörden werden aufgefordert, eine umfassende UVP durchzuführen und «geeignete Massnahmen zu treffen».

Was darunter zu verstehen ist, kann man einem Flugblatt der Umweltschutzgruppe «LiberAria» entnehmen. Dort heisst es unter anderem: «Wir verlangen eine Reduktion der Parkplätze auf 500 und Parkgebühren.» Zudem müsse das Gelände besser an den öffentlichen Verkehr angeschlossen werden.

Die meisten Kunden kommen aus Italien

Doch hier liegt der Haken: Die Kunden des Shopping-Centers (und des Kasinos) stammen bloss zu einem kleinen Teil aus dem Südtessin; die meisten reisen eigens aus dem nahen Italien an. Das ÖV-Netz zwischen dem Mendrisiotto und den Provinzen Como und Varese ist aber alles andere als bequem und effizient.

Dies ist auch der Grund, weshalb praktisch sämtliche Pendler aus Italien (insgesamt über 30 000 an der Zahl) mit dem Auto ins Tessin zur Arbeit fahren. Das hat zur Folge, dass es rund um das direkt bei der Autobahnausfahrt Mendrisio gelegene «Foxtown» täglich zu Staus kommt, vorab am frühen Abend.

VCS sucht Gespräch mit Behörden

Über das Problem «Foxtown» (oder «Smogtown», im Jargon der Umweltschützer) wird am Mittwochabend in Mendrisio diskutiert. An der Debatte nehmen nebst Vertretern der Umweltschutzverbände auch der Tessiner Baudirektor Marco Borradori und Carlo Croci, der Gemeindepräsident von Mendrisio, teil.

(sda)

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