Aktualisiert 25.03.2014 14:26

Volksinitativen geplantVegane Menüs sollen Pflicht werden

Veganer wollen, dass dort, wo mehrere Menüs im Angebot sind, etwas ohne tierische Produkte auf der Karte stehen muss. In Bern und Basel starten sie entsprechende Volksinitiativen.

von
lüs
Volksinitiativen, die in Bern und Basel gestartet werden, fordern unter anderem, dass Köche vermehrt in der Zubereitung von veganem Essen ausgebildet werden.

Volksinitiativen, die in Bern und Basel gestartet werden, fordern unter anderem, dass Köche vermehrt in der Zubereitung von veganem Essen ausgebildet werden.

Veganes Essen – also Ernährung ohne jegliche tierischen Stoffe wie Eier oder Fleisch – soll gefördert werden. Dafür lancieren Veganer im Rahmen des Projekts «Sentience» noch diesen Frühling in den Städten Bern und Basel Volksinitiativen.

Die Forderung: In den Kantinen von öffentlichen Schulen, Spitälern, Universitäten, Heimen und der Verwaltung soll täglich mindestens ein veganes Menü auf der Speisekarte stehen, sobald dort mehr als ein Menü im Angebot ist. Generell sollen die Städte den Absatz veganer und vegetarischer Menüs fördern. Gefördert werden soll zudem die Ausbildung von Köchen in der Zubereitung von veganen Speisen, und auch Schüler sollen im Unterricht lernen, wie man ohne Fleisch, Fisch und Eier kocht. Mitinitiator Adriano Mannino: «Aus wissenschaftlicher Sicht ist auf dem Teller eine Trendwende nötig: weniger tierische Produkte, mehr pflanzliche. Wir wollen darüber eine politische Diskussion anregen.»

Die Anliegen der Veganer werden von prominenten linken Politikern unterstützt – etwa vom alt Bundesrat und Vegetarier Moritz Leuenberger (SP) sowie den Nationalräten Beat Jans, Aline Trede und Bastien Girod. «Die Initiativen sind ein interessanter Impuls zur Förderung einer gesünderen und ökologischeren Ernährung», sagt Girod zur «NZZ am Sonntag». Die Gesellschaft als Ganzes profitiere, wenn mehr Gemüse und weniger Fleisch gegessen werde.

Weniger Wasserverbrauch und CO2-Ausstoss

Für die Initianten hat die vegane Ernährung zahlreiche Vorteile: Tieren wird Leid erspart, der CO2-Ausstoss und der Wasserverbrauch sinkt, es braucht keine Futtermittelproduktion und keine Antibiotika.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) steht der veganen Lebensweise allerdings kritisch gegenüber: Bei einem totalen Verzicht auf tierische Produkte sei das Risiko gross, dass den Menschen gewisse Nährstoffe fehlten, heisst es in einem Bericht des BAG. Eine rein vegane Ernährung sei zwar möglich, für breitere Bevölkerungskreise aber nicht zu empfehlen.

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